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Es war die erste organisierte Verschleppung von jüdischen Deutschen aus ihrer Heimat: 1940 veranlassten die Gauleiter von Baden und der Saarpfalz die Deportation von mehr als 6.500 Jüdinnen und Juden in das südwestfranzösische Lager Gurs. Deren Weg zeichnet eine Dokumentation im Historischen Museum der Pfalz in Speyer nach.

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Auf Befehl von Joseph Bürckel und Robert Wagner wurden 1940 in einer bis dahin beispiellosen Aktion ein Großteil der südwestdeutschen Jüdinnen und Juden deportiert.

Nur Wenige überlebten

Während einigen die Flucht gelang, starben Tausende entweder in Gurs oder wurden weiter nach Auschwitz und in die Vernichtungslager in Osteuropa verschleppt.

Entwickelt wurde die Wandersausstellung „Gurs 1940“ von der Berliner Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannseekonferenz als digitale und „klassische“ Vor-Ort-Ausstellung.

Gurs (Foto: Pressestelle, Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde)
Das Lager in Gurs Pressestelle Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde

Wie zeigt sich der Holocaust vor Ort?

Sie soll an verschiedenen Orten in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, sowie im Saarland gastieren. In Speyer hat sie der Bezirksverband Pfalz um regionale Aspekte ergänzt.

Die einzelnen Vor-Ort-Termine der Ausstellung können online eingesehen werden — außerdem ist es für interessierte Gemeinden und Landkreise möglich, eine mobile Variante für eine eigene Ausstellung zu buchen.

Gespräch Vor 80 Jahren: Nur Kinder überleben die Deportation der Juden aus Baden und der Pfalz nach Gurs

Vor 80 Jahren, am 21.10 1940, zeigte sich eine neue Stufe der antisemitischen Politik des NS-Staats: Die sogenannte Wagner-Bürckel-Aktion wurde zu einer Art Blaupause für das, was später im gesamten Reichsgebiet folgte. Die Wagner-Bürckel-Aktion bezeichnet eine große angelegte Deportation, bei der mehr als 6.500 Juden und Jüdinnen aus Südwestdeutschland ins französische Internierungslager nach Gurs gebracht worden sind.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Mannheim

Gespräch Jüdisches Leben in Mannheim – Rita Althausen und das Vermächtnis ihres Vaters

Ein friedliches Miteinander aller ist das Anliegen der Mannheimerin Rita Althausen. Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde freut sich auf das Festjahr #2021jlid und hofft, dass Corona gemeinsames Feiern erlaubt.   mehr...

SWR2 Tandem SWR2

Osthofen

Gedenken Wer waren die jüdischen Häftlinge im KZ Osthofen? Biografien online lesen

Die „Gedenkstätte Konzentrationslager Osthofen“ bei Worms erinnert vor allem an die politischen Gegner des NS-Regimes, die in diesem frühen Lager inhaftiert waren. Bisher wurde bei der Aufarbeitung der Geschichte des Lagers nur wenig beachtet, dass viele Inhaftierte Juden waren. Den Grund dafür lieferte der hessische Polizeipräsident: Im Sommer 1933 hatte er dazu aufgerufen, Juden, die sich „unangemessen verhielten“, ins Konzentrationslager bringen zu lassen. Für Denunzianten eine gute Gelegenheit, unliebsame jüdische Rivalen auszuschalten. Die Gedenkstätte erarbeitet nun in einem Projekt erstmals Biografien jüdischer Häftlinge, die im KZ Osthofen besonders brutal und erniedrigend behandelt wurden und nach der Entlassung vielfach in die USA oder nach Israel auswanderten. Diese jüdischen Lebenswege werden nun sukzessive auf der Homepage der Gedenkstätte dokumentiert.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Geschichte Holocaust-Gedenktag 2021: Erstarken des Antisemitismus verhindern

Holocaust, Schoah, Porajmos: Der grausamen Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten fielen vor allem Juden und Jüdinnen, Sinti*ze und Rom*nja, Menschen mit Behinderungen und psychisch Kranke zum Opfer. Andere Bevölkerungsgruppen wie Homosexuelle, Zeugen Jehovahs und sogenannte Asoziale und Berufsverbrecher wurden ebenfalls systematisch verfolgt, gequält und ermordet. Ihrer und aller anderen Opfer der Nationalsozialisten – darunter auch politische Gefangene, Zwangsarbeiter*innen und Widerstandskämpfer*innen – wird seit 1996 am 27. Januar in Deutschland gedacht. Der Tag markiert die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee 1945 und ist seit 2005 auch weltweit Gedenktag der Opfer des Holocaust. 2021 steht er in Deutschland außerdem im Kontext des Festjahres „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“.  mehr...

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