Gespräch

Humoristische Verstörung als Gegengift – Bundeskunsthalle Bonn zeigt Albernheit in der Kunst

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AUTOR/IN
Frauke Oppenberg

Albernheit und Peinlichkeit in der Kunst sind Thema der Ausstellung „Ernsthaft?“ in der Bundeskunsthalle Bonn. „Eine leichte humoristische Verstörung kann in verstörenden Zeiten durchaus ein gutes Gegengift sein“, sagt Kurator der Ausstellung Jörg Heisler. So sei zum Beispiel der Dadaismus als Reaktion auf die Schrecken des Ersten Weltkriegs entstanden.

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Ausstellungsansicht: „Ernsthaft?! Albernheit und Enthusiasmus in der Kunst„“ in der Bundeskunsthalle Bonn (Foto: Pressestelle, Foto: Mick Vincenz, 2022 / Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH)
Ausstellungsansicht: „Ernsthaft?! Albernheit und Enthusiasmus in der Kunst“ – Bundeskunsthalle Bonn Pressestelle Foto: Mick Vincenz, 2022 / Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH

Dada und Dummheit als Mittel der Kritik

„Melde gehorsamst, dass ich blöd bin“, untertitelte George Grosz, der große Maler und Karikaturist der Weimarer Republik, seine Karikatur eines Soldaten, in der er mit beißendem Humor den Uniformdünkel seiner Zeit kritisierte.

„Dada ist natürlich die klassische Periode des Humors in der Kunst. Der humorvolle Umgang mit der Dummheit ist eigentlich in die Moderne mit hingeschrieben.“ Die Wurzeln fänden sich spätestens seit Beginn der Neuzeit im 17. Jahrhundert. Die Künstler seien dabei immer bewusst vorgegangen und haben Lacher provozieren wollen.

Hans-Peter Feldmann, Paar mit schielenden Augen (Cross-eyed couple), 2012, Öl auf Leinwand (Foto: Pressestelle, VG Bild-Kunst, Bonn 2022, Foto: Jan Windszus)
Hans-Peter Feldmann, Paar mit schielenden Augen (Cross-eyed couple), 2012, Öl auf Leinwand Pressestelle VG Bild-Kunst, Bonn 2022, Foto: Jan Windszus

Voll in den Fettnapf – enthusiastische Peinlichkeit

„Ein zentraler Gedanke unserer Ausstellung ist der der enthusiastischen Peinlichkeit“, so Heisler. Dabei lehne man sich nicht schmunzelnd-ironisch zurück und mache ein Witzchen, sondern tue wirklich Dinge die peinlich seien. „Und dann anstatt zu sagen, ´ach Gott, ich hab was Peinliches gemacht, das unterlasse ich lieber`, mach man es erst recht und wiederholt es noch!“

Maria Lassnig, Selbst als Almuth, 1987, Öl auf Leinwand (Foto: Pressestelle, VG Bild-Kunst, Bonn 2022 / Maria Lassnig Stiftung)
Maria Lassnig, Selbst als Almuth, 1987, Öl auf Leinwand Pressestelle VG Bild-Kunst, Bonn 2022 / Maria Lassnig Stiftung

Ausstellung Mehr als fliegende Kühe – Marc Chagall in der Kunsthalle Schirn Frankfurt

Marc Chagall ist bekannt für seinen farbenfrohen Bilderkosmos. Seine fliegenden Kühe und schwebenden Engel sind beliebte Postkartenmotive. Doch der jüdische Künstler, der in seinem fast 100-jährigen Leben Vertreibung und Krisen durchstand, ist viel mehr als ein ausgezeichneter Fantast. Das zeigt die Kunsthalle Schirn in einer differenzierten Werkschau.

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Ulm

Kunst Vom Stillleben zum Foodporn – Ulmer Museum zeigt Geschichte der Nahrungsdarstellung

Wenn wir uns so richtig Mühe geben mit dem Essen, dann posten wir das gerne auf Facebook und Instagram. Lästerliche Zungen sprechen dann vom „Foodporn“. Was der digitale Exhibitionismus mit den Stillleben der Barockzeit zu tun hat, das zeigt die aktuelle Ausstellung des Ulmer Museums Brot und Kunst.

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Jubiläumsausstellung 25 Jahre Fondation Beyeler bei Basel: Eine Sammlung bekommt Besuch

Zum 25. Geburtstag macht sich die Fondation Beyeler selbst ein Geschenk: Insgesamt 13 Skulpturen des US-amerikanischen Künstlers Duane Hanson ergänzen zum Jubiläum die Sammlungsausstellung. Rund 100 Werke von der klassischen Moderne bis zur Gegenwart zeigt das Museum zu diesem Anlass, dazwischen stehen die lebensgroßen und hyperrealistischen Kunststoffskulpturen von Hanson. Eine Hommage an die einfachen Leute, also auch an jene, die das Museum am Laufen halten, findet Kathrin Hondl, denn Hanson porträtiert Gärtner, Mütter oder Fensterputzer.
Die Jubiläumsausstellung läuft vom 30.10.2022 bis zum 8.1.2023.

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Frauke Oppenberg