Kunst

Elmgreen & Dragset erhalten Robert Jacobsen Preis der Stiftung Würth

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Das in Berlin lebende, skandinavische Künstlerduo Elmgreen & Dragset ist in Künzelsau mit dem Robert Jacobsen Preis der Stiftung Würth ausgezeichnet worden. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre an zeitgenössische bildende Künstler verliehen.

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Werke, die den Dingen ihre übliche Funktion nehmen

Fast unscheinbar, wie Verkehrsschilder so oft nebenbei wahrgenommen werden, weist eines von Elmgreen und Dragset den Weg ins Museum. Aber keine Verbote oder Gebote werden darauf angezeigt.

Es sind einfach drei spiegelglatte Metallscheiben an einer Metallstange. Das ist der erste Eindruck, den man von den Arbeiten des Künstlerduos gewinnt.

Elmgreen & Drag (Foto: SWR, Harald Holz)
Die meisten der Werke von Elmgreen & Dragset berauben den Dingen ihre übliche Funktion. Harald Holz

Überraschende Perspektiven

Die Beiden sind in den 1960er Jahren geboren und arbeiten seit 26 Jahren zusammen. Sie leben in Berlin und beschäftigen sich mit der sozialen Relevanz der Vorgänge und Dinge in ihrem Umfeld. Immer subversiv, spielerisch, mitunter mit überraschenden Perspektiven.

So die Arbeit „Statue of Liberty“, ein originales Betonsegment der Berliner Mauer, in das die Künstler einen Geldautomaten eingebaut haben. Elmgreen und Dragset hinterfragen damit die angebliche Befreiung vom Sozialismus und die Übernahme durch den Kapitalismus.

Elmgreen & Drag (Foto: SWR, Harald Holz)
Elmgreen & Dragset, Statue of Liberty, Originalteil der Berliner Mauer, Bankomat, Edelstahl, 2018, 298 x 149 x 148 cm, Unikat Harald Holz

Subtile Kritik am gesellschaftlichen Wandel

Der Observer ist eine hyperrealistische Skulptur. Ein rauchender schneeweißer Mann, der auf einem Balkon im Würth Museum an einer Betonwand installiert ist. Mit nacktem Oberkörper und schwarzer Markensporthose schaut er gelangweilt und einsam auf dem Geländer lehnend den Betrachter an: Isolation auf der Schwelle zwischen Privatheit und Öffentlichkeit. Wieder subtile Kritik am gesellschaftlichen Wandel.

Elmgreen & Drag (Foto: SWR, Harald Holz)
Elmgreen & Dragset, The Observer (Umbro), Epoxid, Stahl, Lack, Gewebe, 2021, 163 x 144 x 90 cm, Unikat Harald Holz

Werkschau im Belvedere des Museum Würth2

Dass das Künstlerduo Elmgreen & Dragset den Preis erhält, würdigt die Relevanz ihrer Arbeiten und damit ihre Sicht auf die aktuellen sozialen Fragen in der Gesellschaft. Ja, die Arbeiten sind zum Teil absurd und irritierend, aber genau deshalb bieten sie Raum für eine offene Diskussion und Begegnung mit dem jeweiligen Thema. Sehenswert!

In Zusammenarbeit mit den beiden Künstlern gibt es eine kleine Werkschau mit neun Skulpturen im Belvedere des Museum Würth2. Die Ausstellung läuft bis zum 6. Februar 2022.

Elmgreen & Drag (Foto: SWR, Harald Holz)
The Painter mit Michael Elmgreen (rechts) und Ingar Dragset Harald Holz Bild in Detailansicht öffnen
Michael Elmgreen (links) und Ingar Dragset vor ihrem Werk "The Observer" Harald Holz Bild in Detailansicht öffnen
Ausstellungsansicht im Museum Würth2, von links: Humanscale, Watching und The Observer von Elmgreen & Dragset Harald Holz Bild in Detailansicht öffnen
Elmgreen & Dragset, Watching, 2016 Harald Holz Bild in Detailansicht öffnen

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Piper Verlag
EAN 978-3-492-07003-4
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