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Der 1882 geborene amerikanische Maler Edward Hopper ist vor allem durch seine Bilder einsamer Menschen in Zimmern und Restaurants bekanntgeworden. Damit schuf Hopper ohne es zu ahnen die Symbolbilder für soziale Isolation in Zeiten der Corona-Krise.

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Sendezeit
18:40 Uhr
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SWR2
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22:45 Uhr
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SWR Fernsehen

Der Künstler bereiste in den 1940er Jahren weite Teile der USA, vor allem die Westküste. Die Schau umfasst Aquarelle und Ölgemälde der 1910er bis 1960er Jahre und beschreibt damit fast alle Werkphasen Hoppers, der 1967 starb.

Ausstellung Die melancholischen Landschaften von Edward Hopper in Basel

Edward Hopper in der Fondation Beyeler, Basel, Schweiz (Foto: Heirs of Josephine Hopper / 2019, ProLitteris, Zürich)
Manche Bilder von Edward Hopper sind so oft reproduziert worden, als Poster und Kalenderblätter, dass das Werk in den Augen des großen Publikums auf diese wenigen Werke zusammenschnurrt: vereinsamte Menschen in leeren Restaurants und klinisch sauberen Hotelzimmern, fast filmisch inszeniert. - Auf dem Bild: Edward Hopper, Second Story Sunlight, 1960 - Öl auf Leinwand, 102.1 x 127.3 cm Whitney Museum of American Art, New York; Purchase, with funds from the Friends of the Whitney Museum of American Art., Inv. N.: 60.54. Heirs of Josephine Hopper / 2019, ProLitteris, Zürich Bild in Detailansicht öffnen
Das allerdings ist der europäische Blick auf diesen Maler. Das New Yorker Whitney Museum dagegen besitzt einen großen Teil des Gesamtwerks des 1967 gestorbenen Realisten, und in einer repräsentativen Auswahl kann man nun in der Fondation Beyeler entdecken, dass Hopper nicht nur der Maler von Film-Stills und der Großstadt-Traurigkeit war, sondern sich vor allem mit der amerikanischen Landschaft beschäftigte. - Auf dem Bild: Edward Hopper, Gas, 1940 - Öl auf Leinwand, 66.7 x 102.2 cm The Museum of Modern Art, New York, Mrs. Simon Guggenheim Fund Heirs of Josephine Hopper / 2019, ProLitteris, Zürich Bild in Detailansicht öffnen
Hopper hat sich schon ganz zu Beginn seiner Karriere, in den 1910er Jahren, mit der Landschaft beschäftigt. Seine Licht-Schatten-Spiele und Felsformationen an der Küste von Maine sind allerdings relativ grob gemalt. Interessant wird es erst, als Hopper seine Landschaften auf wenige, völlig stilisierte Elemente reduziert, sie quasi entleert. Das ist ab den 1920er Jahren der Fall, und auf einmal sieht man, dass diese landschaftliche Ödnis auch etwas von der Seele Amerikas spiegelt, vielleicht auch der Psyche des Edward Hopper. Es gibt in diesen Bildern jedenfalls eine große Melancholie. - Auf dem Bild: Edward Hopper, Cape Ann Granite, 1928 - Öl auf Leinwand, 73.5 x 102.3 cm Privatsammlung Heirs of Josephine Hopper / 2019, ProLitteris, Zürich Bild in Detailansicht öffnen
Einige Bilder können Ikonen-Status beanspruchen, etwa die zeichenhaft ins Dunkel gesetzten Leuchttürme, die Signets der Hoffnung sind, Orientierungspunkte. Andererseits wirken viele dieser Provinzlandschaften einfach flach und öde, und die Häuser, die diese traurige Provinz gebaut sind, wirken wie Versatzstücke aus einem Spielzeugkasten, auch sie gesichtslos, oft ohne Türen – so wie die Telegrafenmasten in den frühen Bildern keine Drähte haben. - Auf dem Bild: Edward Hopper, Railroad Sunset, 1929 - Öl auf Leinwand, 74.5 x 122.2 cm Whitney Museum of American Art, New York; Josephine N. Hopper Bequest, Inv. N.: 70.1170. Heirs of Josephine Hopper / 2019, ProLitteris, Zürich Bild in Detailansicht öffnen
Ist das Surrealismus? Nein, eher früher Fotorealismus, der von der Malweise allerdings oft ziemlich naiv daherkommt. Die insgesamt beeindruckende Ausstellung demonstriert aber, dass das Strategie ist. Indem Hopper seine Bilder von Akteuren und Handlungen entleert, indem er banale Wiesen und Scheunen malt, zeigt er uns etwas über die Verlorenheit dieser amerikanischen Provinz. Auch die Technik, die Eisenbahn, die Maschinen sind kein Trost. Dafür feiert der Maler die lakonische Schönheit von Bahndämmen und Tankstellen. - Auf dem Bild: Edward Hopper, Cape Cod Morning, 1950 - Öl auf Leinwand, 86.7 x 102.3 cm Smithsonian American Art Museum, Gift of the Sara Roby Foundation Heirs of Josephine Hopper / 2019, ProLitteris, Zürich Bild in Detailansicht öffnen

Due to popular request, we bring you the first video of our “Edward Hopper” exhibition together with our curator Ulf Küster. ⠀ ⠀ We actually started production a while back and it seems ironic that now the museum is closed and we must practice “social distancing” Hopper’s work has become more topical than ever- but can’t be seen any longer. Many of you as well as the papers have already commented on it. So we’re very happy to be able to show you at least a digital glimpse of Hopper’s world and our exhibition.⠀ ⠀ #FondationBeyeler #BeyelerHopper #EdwardHopper #MuseumFromHome #MuseenBasel #lovebasel #Baselmuseums"

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