Gespräch

Düsseldorfer Ausstellung „Beyond Fame“ – Die Kunst der Stars

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INTERVIEW
Martin Gramlich

Pete Doherty ist dabei, Michael Stich oder Anton Hofreiter: Für die Ausstellung „Beyond Fame“ im NRW-Forum hat Alain Bieber Werke von Prominenten ausgewählt, die Kunst mit großem Ernst betreiben. So sei auch ein Werk von Tim Bendzko zu sehen, dessen Kunst noch nie öffentlich ausgestellt worden sei, sagt der Kurator der Düsseldorfer Ausstellung in SWR2.

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Michael Stich studierte Kunstgeschichte

„Wir pflegen hier den erweiterten Kunstbegriff von Joseph Beuys: Jeder Mensch ist eine Künstler*In“, sagt der Kurator und künstlerische Leiter des NRW Forums, Alain Bieber, in SWR2. Als Beispiel nennt er den ehemaligen Wimbledon-Sieger Michael Stich, der nach seiner Tenniskarriere Malen als Hobby entdeckte, Kunstgeschichte studierte und sich ein Atelier einrichtete.

Typisch sei, sagt Bieber, dass Stich lange brauchte, bis er mit seiner Leidenschaft an die Öffentlichkeit ging. „Erst im letzten Jahr hat Michael Stich das erste Mal seine Bilder gezeigt“, so Bieber.

Britney Spears und ihre Blumenbilder im Bikini

Kurator Bieber findet es interessant, wer sich alles mit Kunst beschäftigt, gibt aber zu: Bei Promis sei die Produktion oft ein Marketing-Gag. „Ed Sheeran hat mal ein Action-Bild gemacht, Britney Spears hat im Bikini mal ein paar Blumen-Bilder gemalt“, sagt Alain Bieber.

Für „Beyond Fame“ habe er jedoch Menschen ausgesucht, die Kunst mit großem Ernst betreiben. So sei auch ein Werk von Tim Bendzko zu sehen, dessen Kunst noch nie öffentlich ausgestellt worden sei.

Möglichst viel Abwechslung

Angesichts einer Ausstellungsfläche von 1200 Quadratmeter sei es schwierig gewesen, eine Auswahl zu treffen. „Wir hätten noch eine viel, viel größere Ausstellung machen können“, sagt Kurator Bieber.

Er habe auf große Diversität der Genres geachtet, auch auf unterschiedliche Lebensalter der Promi-Künstler*Innen. Bei Tennisspieler Stich glaubt Alain Bieber, dass dieser angesichts der Ernsthaftigkeit seiner Bemühungen „in 20-30 Jahren als Künstler bekannter werde als zuvor als Sportler“.

Anton Hofreiter malt Blumenbilder

Die Ausstellung zeige auch, dass die Öffentlichkeit zu oft Prominente nur aus einem Blickwinkel kenne. Als Beispiel nennt Bieber den Grünen-Politiker Anton Hofreiter. „Dass er sehr naive Blumenbilder malt und gelernter Botaniker ist – das zeigt eine andere Facette“, meint der Kurator.

Wer steckt hinter „Gedeon Schenkt“?

Als Gag gibt es für die Besucher*Innen von „Beyond Fame“ ein Rätsel: Sie sollen tippen, wer sich hinter dem Pseudonym „Gedeon Schenkt“ verbirgt, der ebenfalls zu den ausgestellten Stars gehört. „Er mag gerne Andy Warhol und Walt Disney, ist aus Norddeutschland – und ein Mann“, verrät Alain Bieber.

Die Auflösung gibt's erst Ende Dezember. Dann wird auch ein Kunstwerk des geheimnisvollen „G. Schenkt“ verlost.

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