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Wer kennt sie nicht, die Märchen von verschlossenen oder verbotenen Türen? Dahinter verbergen sich meist Ungeheuer oder düstere Geheimnisse. Manchmal gelangen die Held*innen der Geschichten oder Filme aber auch beim Übertreten verbotener Schwellen in phantastische Welten, überschreiten Zeit- und Raumgrenzen.

Die Bietigheimer Ausstellung „Keine Schwellenangst!“ zeigt wie vielfältig der Alltagsgegenstand aktuell inszeniert wird. (Marja Pirilä: Milavida #7, 2012 - C-Print / Plexiglas, 112 x 66 cm) Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen Bild in Detailansicht öffnen
Der Künstler Patrick Hughes ist ein Meister der Illusion. Hinter seinen Türen - ein Sehnsuchtsort: Das Meer, Seegang inklusive! (Patrick Hughes: Deeply Superficial, 2001 - Öl auf Holzkonstruktion, 95 x 303 x 25 cm) Sammlung Würth, Künzelsau Bild in Detailansicht öffnen
Zu einer Tür gehört meist auch - ein Schlüssel. Und wer hat den nicht schon verloren? Der Südtiroler Hubert Kostner hat aus seiner eigenen Schlüsselsuche eine beeindruckende Arbeit gemacht: Ein Kubikmeter Schlüssel - allesamt aus Fundbüros. (Hubert Kostner: Lost & Found, 2007/08, Miniaturholztür, Schlüssel und Schlüsselbunde, 400 x 200 x 100 cm) Mart, Museo di arte moderna e contemporanea di Trento e Rovereto, Collezione VAF-Stiftung, Foto: Mart, Archivio fotografico e Mediateca Bild in Detailansicht öffnen
Wenn Türen keinen Schutz mehr bieten - das zeigt der Fotograf Gideon Mendel. Seit 2007 dokumentiert er überall auf der Welt Flutkatastrophen. Meist eine Folge des von Menschen verursachten Klimawandels. (Gideon Mendel: Lucas Williams, Lawshe Plantation, South Carolina, USA, Oktober 2015) aus der Serie: Drowning World / Submerged Portraits, C-Print, 120 x 120 cm Courtesy ARTCO Galerie, Aachen / Berlin / Capetown Bild in Detailansicht öffnen
„Der Lockdown hat uns dazu gebracht hinter geschlossenen Türen zu leben, viel mehr als wir es sonst tun“, sagt Isabelle Schenk-Weiniger von der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen. „Selbst Freunde hat man nicht mehr reingelassen in das eigene Heim, hat die Tür geschlossen gehalten.” (Maxim Walkultschik: Treppenhaus 2, 2010 - Öl / Polystyrol, ø 10 cm) © VG Bild-Kunst, Bonn 2020 Bild in Detailansicht öffnen
Auch durch die Pandemie-Erfahrung geht man heute durch Internet-Portale hinaus in digitale Welten - und bleibt doch irgendwie allein, wie die erstarrten Menschen in den Holzschnitten von Philipp Mager. (Phillip Mager: Mann am Meer, 2019, Mehrfarbiger Holzschnitt, 68,5 x 128,5 cm / 60,3 x 120,4 cm, Unikat) Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen Bild in Detailansicht öffnen
Vom 3.10. bis 24.1.2021 ist die Schau „Keine Schwellenangst! Die Tür als Motiv in der Gegenwartskunst” in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen zu sehen. (Angelika Wischermann: Durchgangszimmer, 2015 - partizipative Installation, 250 x 299 x 201,5 cm) Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen Bild in Detailansicht öffnen

Eine Tür bietet Schutz und kann zugleich auch den Weg in die Freiheit versperren. Man findet sie in Sprichwörtern und Redensarten. Und auch in der bildenden Kunst ist die Tür ein vielfältiges Motiv. Die Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen lädt unter dem Titel „Keine Schwellenangst!“ zum Eintritt in die symbolreiche Welt der Türen in der Gegenwartskunst.

Die Ausstellung ist Teil des Festivals der KulturRegion Stuttgart 2020. „Unter Beobachtung. Kunst des Rückzugs“.

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