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2016 musste das Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen ein Kirchner-Gemälde aufgrund des Washingtoner Abkommens zur NS-Kunst zurückgeben. Seitdem hat es weitere 15 Werke aus ehemals jüdischem Besitz entdeckt. Darunter auch Georges Valmiers‘ „Nu debout“ aus dem Besitz eines jüdischen Kunsthändlers. Falls das Bild illegal enteignet wurde, müsste es zurückgegeben werden. Für das Museum wäre das ein schmerzlicher Verlust.

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264 Werke untersucht, die vor 1945 entstanden sind

Insgesamt wurden 264 Werke untersucht, die vor 1945 entstanden sind, von mittelalterlicher Kunst bis zur Kunst des 20. Jahrhunderts aus der Sammlung Hack und Ankäufe der Stadt Ludwigshafen. Darunter auch eine Skulptur von Ernst Barlach, eine Skulptur von Max Ernst, ein Gemälde von Max Pechstein.

Vor allem ein Gemälde wäre ein überaus schmerzlicher Verlust für das Museum, wenn sich herausstellen sollte, dass es dem ehemaligen Besitzer abgepresst oder illegal enteignet wurde. „Nu debout" von Georges Valmier aus dem Jahr 1922 wurde regelmäßig im Wilhem-Hack-Museum ausgestellt.

„Nu debout" von Georges Valmier – von Nationalsozialisten geraubt?

Es war einst im Besitz von Léonce Rosenberg, der Kunsthändler und Galerist in Paris war. Seine Galerie wurde nach der Pariser Besetzung durch die Wehrmacht 1941 geschlossen, Rosenberg wurde als Jude verfolgt.

Das Gemälde ist ein absoluter Solitär in der Sammlung. Es zeigt in kubistischer Manier eine stehende nackte Frau, zusammengesetzt aus Dreiecken, Kreisen und Rechtecken. Der französische Künstler Georges Valmier lernte 1918 den Sammler und Händler Léonce Rosenberg kennen, der von seinen Arbeiten begeistert war und ihn unter Vertrag nahm.

Doch wie gelangte das Bild in Besitz von Wilhelm Hack? Hat Rosenberg es offiziell verkauft oder haben es die Nazis einfach einkassiert? Derzeit laufen die Recherchen auf Hochtouren.

Provenienzforschung am Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen

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Hans Posse, seinerzeit Direktor der Dresdner Gemäldegalerie, plante für Hitler das „Führermuseum“ in Linz. Jetzt haben Forscher*innen erstmals seine Reisetagebücher ausgewertet. Ergebnis: Posse war für die Sammlung, die zum Gutteil aus Raubkunst bestand, noch wichtiger als gedacht. „Keine Entscheidung darüber, welche Werke in dem Museum landen sollten, wurde ohne ihn getroffen“, sagt Juliane Hamisch vom Germanischen Nationalmuseum Nürnberg.  mehr...

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