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„German Business Plants“ von Frederik Busch: Nichts Menschliches ist deutschen Büropflanzen fremd

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Neben Menschen bevölkern Büros auch Kakteen, Drachenbäume oder Schefflera. Sie sollen den Arbeitsplatz verschönern und für eine angenehme Arbeitsatmosphäre sorgen — doch meist fristen Büropflanzen ein trauriges Dasein, lassen sich hängen, verblühen und gehen ein. Fotograf Frederik Busch hat mit der Kamera in deutschen Büros recherchiert. Herausgekommen ist eine ironische Bestandsaufnahme über den Berufsalltag von Büropflanzen.

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Es menschelt in deutschen Büros

Ästhetisch clean ins Szene gesetzte und liebevoll abgelichtete Pflanzen — Frederik Busch gibt ihnen einen Vornamen und ein Schicksal: Da sind Gisela, Sebastian, Siegfried, Bea oder auch Leo. Acht Jahre lang hat Frederik Busch nach diesen „sprechenden“ deutschen Büropflanzen Ausschau gehalten.

„German Business Plants“ (Foto: Pressestelle, Frederik Busch)
Frederik Busch: „Siegfried schämt sich.“ Pressestelle Frederik Busch Bild in Detailansicht öffnen
Frederik Busch: „Sebastian ist sehr sensibel.“ Eberhard Reuß Bild in Detailansicht öffnen
Frederik Busch: „Für Ole, Bea und Leo wurden klare Zielvereinbarungen definiert.“ Eberhard Reuß Bild in Detailansicht öffnen
In der Stadtbibliothek Heidelberg kann man die 52 Original-Abzüge der „German Business Plants“ bewundern. Eberhard Reuß Bild in Detailansicht öffnen

52 Fotos sind in seinem inzwischen vergriffenen Bildband „German Business Plants“ erschienen. Ausstellungsmacherin Beate Frauenschuh kann nun allerdings die Originalabzüge der deutschen Büropflanzen von Frederik Busch im Foyer der Stadtbücherei Heidelberg zeigen. Das Setting ist perfekt: ein Schreibtisch mit einer Kaiser Tischlampe, Design Christian Dell, 1960er Jahre. Dazu ein grüne Wählscheibentelefon von Siemens und eine üppige Grünlilie.

„German Business Plants“ (Foto: SWR, Eberhard Reuß)
Corinna Seel, Bibliothekarin bei der Stadtbücherei Heidelberg, blättert im Bildband „German Business Plants“ von Frederik Busch Eberhard Reuß

Mit ihren Hilfeschreien und Selbstbekenntnissen sind Büropflanzen und Arbeitnehmer*innen vereint: „Ute leidet unter Tagträumen“, „Martin redet nur von seinem Urlaub“, „Ulla mag fremde Kulturen“. Fotograf Frederik Busch wiederum ist schon wieder unterwegs zu den nächsten Büroschicksalen in Übertöpfen.

Die Ausstellung „German Business Plants“ von Frederik Busch ist vom 3.9. bis 30.10.2021 in der Stadtbücherei Heidelberg zu sehen.

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