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„Wenn man bei Wertekonflikten bei Denkmälern alle abreißen würde, kämen wir zu einer Situation, die sich niemand wünscht“, sagt Josef Klegraf vom Verein „Zeichen der Erinnerung“. Er setzt auf Hinweistafeln oder künstlerische Interventionen.

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Marx und Bismarck bleiben

In Stuttgart gebe es z.B. einen kritisierten Bismarckturm, so Klegraf, ohne relativierende Hinweistafel würde sich jedoch kaum jemand mehr an den Reichskanzler erinnern. In Trier sei die Aufstellung eines Marx-Denkmals umstritten gewesen.

Eine liberale Gesellschaft müsse auch unbequeme Denkmäler ertragen, findet Klegraf.

Kunst als Ergänzung und Kommentar

Er begrüßt Interventionen wie in Heidenheim, wo das Rommel-Denkmal durch eine Skulptur erweitert wurde, die im wahrsten Sinne des Wortes einen Schatten auf das ursprüngliche Denkmal wirft. Sie erinnert an die Opfer des Nazi-Generals und der Landminenfelder, die er im Zuge des Afrika-Feldzuges in Nordafrika anlegen ließ.

Der Verein „Zeichen der Erinnerung“ lädt in Kooperation mit der Stiftung Geißstraße am 29. Juli 2020 um 19 Uhr zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Denkmalsturz: Ehrungen und Entehrungen im Öffentlichen Raum“.

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