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Zum 250. Geburtstag wurde das Haus des Dichters, in dem er die ersten vier Jahre seines Lebens verbrachte, sorgfältig saniert. Etliche Elemente aus der Zeit Hölderlins — das alte Treppenhaus, Türen und ein Fenster — sind erhalten. Mit der neuen, sehr zurückhaltenden Dauerausstellung ist das Haus selbst ein Exponat.

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Vieles an dem alten Haus in Lauffen ist in seinem ursprünglichen Zustand geblieben. Die Räume wurden unter den späteren Besitzern nicht umgebaut und es wurden keine Mauern eingerissen.

Deshalb kann man sich heute noch wunderbar vorstellen, wie der kleine Hölderlin über die ungewöhnlich breiten Holzdielen rutschte. Denn auch die sind zum Teil noch im Original zu bewundern. Damit die Ästhetik des Hauses bestehen bleibt, sind die Ausstellungsstücke in die Mitte der Räume gerückt.

Das Hölderlin-Haus ist selbst ein Ausstellungsstück

Bei der Sanierung wurde nicht nur der Zustand aus dem 18. Jahrhundert wiederhergestellt, sondern auch die Zeichen späterer Zeiten sind berücksichtigt worden. Damit wolle man zeigen, wie unterschiedlich die Räume im Laufe der Zeit gestaltet waren, erklärt Eva Ehrenfeld, die Leiterin des Lauffener Hölderlin-Hauses.

„Wir haben jetzt hier ein Ensemble aus einem Fenster aus dem 19. Jahrhundert, einer Walztapete aus dem Beginn der 50er Jahre, einer Steckdose, die man mittig in die Wand reingeschraubt hat und ein Stück Tapete aus den 60er Jahren.“

Eva Ehrenfeld, Leiterin des Lauffener Hölderlin-Hauses

Dazu kommen in der Ausstellung Hölderlins Gedichte und Briefe und liebevolle Details: Im Giebel, zwischen rohem Mauerwerk und groben Holzbalken, leuchten Hölderlins Worte in geschwungenen Lettern auf — lebenatmend, tiefschütternd heiligtrauernd. Mit diesem minimalistische Ausstellungskonzept wird das Hölderlinhaus zum eigentlichen Exponat.

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