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Welche Sprengkraft ein einzelnes Ei doch haben kann: Nicht nur zwischen Eheleuten. Nicht nur bei Loriot. Seit Plutarch zerbrechen sich Denker den Kopf über das Ei-Henne-Problem und die Frage nach dem Ursprung allen Seins.

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Warum ist das Ei nicht rund?

Das Ei ist eine geniale Erfindung der Natur. Ein abgeschlossenes System, in dem sich ein neues Lebewesen entwickelt, ein Schutzraum inklusive Proviantdepot. Doch warum hat es genau diese Form? Warum ist es nicht rund?

Schuld ist die Trottellumme, glauben Biologen. Sie nistet an steilen Felsen, wären ihre Eier rund, würden sie ins Meer rollen. Im Nest unserer Haushühner lässt sich das längliche Ei außerdem platzsparend stapeln.

Die Eiform ist außerordentlich stabil. Das wiederum macht das Ei zum Vorbild für Architekten, wenn sie Brücken und Kuppeln bauen. Die Rialtobrücke zum Beispiel schafft es dank ihrer gebogenen Ellipse ganz ohne Pfeiler über den Canale Grande und die Gondoliere haben freie Fahrt.

Das Ei als Symbol für den Ursprung des Lebens

Am Anfang war das Ei. Zumindest für Kelten, Ägypter, Chinesen, Inder und Griechen. Ihre Schöpfungsgeschichten beginnen mit einem Ei.

In vielen Kulturen wichtiges Symbol für den Ursprung des Lebens, für Wiedergeburt und Erneuerung. Das Küken, das frisch aus dem Ei schlüpft, erinnert an die Auferstehung Jesu am Ostersonntag. Das macht das Ei an Ostern so wichtig.

Im Mittelalter färbte man die Eier rot, das erinnerte an das am Kreuz vergossene Blut Jesu. Erst viel später wurden die Eier auch in anderen Farben angemalt. Deshalb also bringt der Osterhase bunte Eier – hoffentlich hart gekocht.

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