Kunst

Cyber-Angriff auf Instagram-Accounts von Kunstmuseen in Baden-Württemberg

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AUTOR/IN
Natali Kurth

Die Instagram Accounts vom Kunstmuseum Stuttgart, vom Museum Ulm und anderen Museen sind kürzlich gehackt worden. Für die Follower gab es zwar keine Gefahr, der Schaden ist dennoch groß.

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Ein Klick auf dem Mobiltelefon löste den Hack aus

Der Schreck war groß im Kunstmuseum Stuttgart, als ausgerechnet an einem Wochenende der Instagram-Account des Museums plötzlich nicht mehr funktionierte. Die Leiterin der Museumskommunikation Isabel Kucher wollte eine Nachricht auf ihrem Mobiltelefon an das Museum lesen, klickte einen Link an, gab ihre Zugangsdaten ein und löste damit wohl den Hack aus.

Ein gängiger Vorgang, so das Landeskriminalamt Stuttgart: „Die Täterinnen und Täter verwenden zum Versand der Phishing-Nachrichten verschiedene Kommunikationskanäle. Bevorzugt erfolgt dies derzeit über die in den jeweiligen Apps/Anwendungen integrierte Chat-Funktion. Beispielsweise bei Instagram ‚Private Message‘ oder bei Facebook der ‚Facebook-Messenger‘.“

Mit Klick auf den Link in der Nachricht wird das Opfer dann auf eine Pishing Webseite weitergeleitet, die von den potentiellen Tätern oder Täterinnen kontrolliert wird und dann ist es meistens schon zu spät.

Wirtschaftliches Interesse oder einfach Zerstörungswut?

Das Kunstmuseum Stuttgart hat 8.000 Follower, deren Accounts seien aber zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen, so Isabel Kucher. Grundsätzlich geht sie davon aus, dass ein wirtschaftliches Interesse oder einfach Zerstörungswut hinter dem Hacking Angriff steht.

Sie hat den Tatbestand sofort an das LKA weitergeben. Auf eigene Initiative konnte sie bei Facebook einen direkten Ansprechpartner erreichen und den Zugriff auf den Instagram Account mit einem neuen Passwort wieder aktivieren. Das hat allerdings gedauert.

Das Museum Ulm kann junges Publikum über Insta zurzeit nicht erreichen

Der Instagram-Account vom Museum Ulm ist immer noch gehackt. Marcel Hess betreut den Account. Der Angriff habe immense Folgen für das Museum, zum einen, weil der Kanal zurzeit nicht genutzt werden könne und somit das junge Publikum nicht mehr erreicht werde.

Die Nutzerzahlen des Insta-Accounts stiegen stetig, „und das hat ein besonderes Interesse der Hacker hervorgerufen“, meint Hess. Daneben sei auch ein Imageschaden entstanden: „Wer möchte schon gerne gehackt werden?“ Auch Daten seien abgegriffen worden.

„Schlussendlich ist der Metakonzern verantwortlich"

Für Marcel Hess stellt sich auch die Frage, ob der Angriff überhaupt von einem Menschen oder vielleicht von einem Roboter ausgegangen sei. Er vermutet ein Art Kettenbrief. Derzeit läuft die Anfrage bei Facebook, dass der Account wie beim Kunstmuseum Stuttgart wieder hergestellt wird. Denn für Marcel Hess ist klar: „Schlussendlich ist der Metakonzern verantwortlich. Offenbar ist es einfach, diesen Kanal zu hacken. Wir wollen, dass es aufgeklärt wird, dass man das präventiv vermeiden kann.“

In der Zwischenzeit versucht Marcel Hess über andere Kanäle Museen und Bildungseinrichtungen zu warnen: „Man muss Druck auf die Konzerne ausüben. Und ich glaube, das geht nur in einer Solidargemeinschaft.“

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