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Museumschefin wird Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar Ulrike Lorenz verlässt Kunsthalle Mannheim

Es ist ein großer Verlust für die Kulturszene im Südwesten: Ulrike Lorenz, Chefin der Mannheimer Kunsthalle, verlässt Mannheim im Sommer 2019 und wird Präsidentin der renommierten Klassik Stiftung Weimar. Der Stiftungsrat hat die 55jährige einstimmig zur neuen Vorsitzenden gewählt. Lorenz hat die Mannheimer Kunsthalle seit 2009 geleitet. Dem Ruf aus Weimar allerdings habe sie sich nicht entziehen können, so Lorenz in SWR2.

Eine Chance, die man nur einmal im Leben erhalte

Eigentlich steht Ulrike Lorenz in Mannheim bis März 2023 unter Vertrag. Doch das Angebot aus Weimar sei eines, das man nur einmal im Leben erhalte, so die Noch-Chefin der Mannheimer Kunsthalle.

Als Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar leitet Ulrike Lorenz künftig 20 Museen, Schlösser, Parks, Literatur- und Kunstsammlungen, darunter die Herzogin Anna-Amalia-Bibliothek mit der Nietzsche-Sammlung, das Goethe-und-Schiller-Archiv sowie das Goethe-Haus.

"Diesem Ruf konnte ich mich nicht entziehen"

Es sei der große Reiz, das eigene "strategische Denken auf eine so komplexe Kulturorganisation anzuwenden", so Ulrike Lorenz in SWR2. "Das ist intellektuell extrem herausfordernd - und diesem Ruf konnte ich mich auch nicht entziehen", so die Museumsleiterin.

Der thüringische Kulturminister Hoff und Bundeskulturstaatsministerin Grütters lobten die Wahl, "die beste für diese große Aufgabe", so Hoff. Nach der Stiftung Preußischer Kulturbesitz ist die Klassikstiftung Weimar die zweitgrößte Kulturstiftung in Deutschland.

Klassik Stiftung Weimar: eine große Aufgabe

Die Kulturstätten und Sammlungen umfassen einen Zeitraum vom Mittelalter bis zur Nachmoderne. Besonders interessant für Ulrike Lorenz: Die gesamte Bauhaussammlung Weimar ist dabei. Das neue Bauhausmuseum wird gerade gebaut und soll im nächsten Jahr eröffnet werden.

Wichtig sei ihr, das klassische Weimarer Erbe für die Gegenwart wieder greifbarer zu machen. Mit ihren zukünftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werde sie an einem "Zukunfts-Narrativ" arbeiten, erklärte Lorenz in SWR2.

Ulrike Lorenz: Neubau der Kunsthalle gerade eröffnet

Erst im Juni hat Ulrike Lorenz den Neubau der Kunsthalle eröffnet. Es gab viel Lob und Anerkennung von allen Seiten. Der moderne, großzügige Bau wurde fast pünktlich fertig, mit nur geringfügiger Kostensteigerung.

In kritischem Zustand übernahm die Frau aus Gera 2009 die Kunsthalle. Sie war heruntergewirtschaftet, die Besucherzahlen waren im Keller. Voller Tatendrang, sehr frisch und optimistisch krempelte Ulrike Lorenz die Ärmel hoch.

Aufbauarbeit der Kunsthallen-Chefin in Mannheim

Seitdem wurde gebaut, wurde zunächst der Altbau saniert. Es folgte ihr Meisterstück, der Neubau. Sie hat alle überzeugt von der Notwendigkeit: den Gemeinderat, die Öffentlichkeit und wichtige Sponsoren.

Das neue Haus ist multimedial aufgestellt für die Zukunft, ganz im Bewusstsein der Ursprünge der Sammlung, der „Klassischen Moderne“. Eben dieser Schwerpunkt Mannheims hatte die Kunsthistorikerin vor zehn Jahren beim Wechsel nach Mannheim interessiert. Sie ist Otto-Dix-Spezialistin und war in Gera bereits Leiterin des Otto- Dix-Hauses.

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