Gespräch

Bundeskunsthalle: Perspektiven für Kunst und Kultur in Afghanistan

STAND
INTERVIEW

„Ich glaube nicht, dass wir noch mal zurückkehren ins Jahr 2001, wo Kulturgüter in Bamiyan gesprengt wurden. Die Kulturstätten in Afghanistan werden weiter zugänglich sein“, hofft Susanne Annen, Ausstellungsleiterin der Bundeskunsthalle in Bonn und Teilnehmerin der dortigen Diskussionsrunde zu Perspektiven für die afghanische Kultur.

Audio herunterladen (6,4 MB | MP3)

Auch Mes Aynak, ein historischer Ort mit buddhistischen Siedlungen, werde wohl zum Teil für die Bevölkerung zugänglich gemacht werden, trotzdem werden die Taliban in dieser zweitgrößten Kupfermiene der Welt weiter Kupfer abbauen.

Susanne Annen glaubt aber, dass die Taliban dazugelernt haben: „Man hat gelernt, dass ein Kulturgut ein positiver Botschafter des Landes sein kann“. Trotzdem werden es beispielsweise Künstler*innen aus den Bereichen Zeitgenössische Kunst und Musik in Afghanistan schwer haben, denn das werde von den Taliban abgelehnt. Wichtig sei eine weitere Zusammenarbeit von hier aus mit den Künstler*innen vor Ort – die müsse man unterstützen.

Film Frauen in Afghanistan: Filmemacherin Theresa Breuer über Rettungsversuche

„Ich hatte Angst, dass sich der Flughafen von Kabul, von dem ich anfangs dachte er sei der sicherste Ort, zum unsichersten Ort entwickelt“, erzählt Filmemacherin und Journalistin Theresa Breuer über ihren Versuch einer Rettungsaktion für mehrere Protagonistinnen ihres Films „An Uphill Battle“, der fünf afghanische Bergsteigerinnen porträtiert.  mehr...

SWR2 Kultur aktuell SWR2

Gespräch Afghanistan: Journalist*innen extrem gefährdet

,,Wenn am 31. August die Luftbrücke von Kabul aus beendet sein wird, werden die Repressionen gegen JournalistInnen in Afghanistan weiter zunehmen", sagt der Geschäftsführer von ,,Reporter ohne Grenzen", Christian Mihr.Schon jetzt würden sie bedroht und geschlagen, weibliche Journalisten hätten Arbeitsverbot.Im schlimmsten Fall droht ihnen die Ermordung.Aber auch die USA haben mehrere JournalistInnen ausgewiesen und damit Berichterstattung verhindert. Nach wie vor gibt es internationale Journalisten und Fotografen vor Ort, aber entscheidend für die künftige Berichterstattung sind die sog. ,,Stringer", also Berichterstatter, die anonym aus Afghanistan berichten, damit aber auch großen Risiken ausgestzt sind.  mehr...

SWR2 Kultur aktuell SWR2

Gespräch Was passiert mit den archäologischen Schätzen in Afghanistan? Ein Interview mit der Vorsitzenden des Deutschen Archäologen-Verbands

,,Man muss unterscheiden, ob Güter religiös aufgeladen sind oder nicht”, sagt sie im Gespräch mit SWR2 Kultur Aktuell. Nicht-religiöse Artefakte hätten dadurch womöglich einen gewissen Schutz. Dabei müsse man jedoch bedenken, dass es sich bei einigen Kunstschätzen, wie etwa den Goldfunden von Tilla Tepe, um sehr wertvolle Gegenstände handle und man wisse, dass sich der sogenannte Islamische Staat auch Geld durch den Verkauf von Kulturgütern besorgt habe.
Prof. Dr. Katja Lembke ist zudem Mitinitiatorin eines Briefs, in dem Deutsche Archäologinnen und Archäologen von der Bundesregierung die Rettung von mit Deutschland verbundenen Kolleginnen und Kollegen aus Afghanistan fordern.  mehr...

SWR2 Kultur aktuell SWR2

Gespräch Instrumente zerstören, eigene Arbeiten vernichten: Die Furcht afghanischer Künstler*innen vor den Taliban

Künstler und Künstlerinnen in Afghanistan sind extrem gefährdet durch das Regime der Taliban. Darauf hat die afghanische Künstlerin Jeanno Gaussi in SWR2 hingewiesen. Um der Gefahr für Leib und Leben zu entgehen, würden viele Musiker und Künstler*innen ihre Instrumente und Arbeiten zerstören, damit bei Hausdurchsuchungen von Vertretern der islamistischen Bewegung nichts gefunden werden kann. ,,Viele fliehen, andere stecken fest; die Umstände sind katastrophal", so Gaussi. Die Kulturschaffenden würden sogar die Spuren ihrer Tätigkeit im Netz löschen. ,,Die Zusammenarbeit mit dem Westen gilt als Regelverstoß für die Taliban."  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

STAND
INTERVIEW