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Fährt man von Stuttgart in Richtung Ostfildern, begegnen einem auf den Feldern vor der 40.000 Einwohner-Stadt weiße Mauern. Konzipiert hat sie der weltberühmte Künstler Sol LeWitt. Sein Werk „Four Part Piece“ ist 1992 im Rahmen des internationalen Skulpturenprojektes „Platzverführung“ entstanden.

Jetzt ist das Kunstwerk in die Jahre gekommen, es muss abgerissen und neu gebaut werden. Dass der Neubau überhaupt möglich ist, ist viel bürgerschaftlichem Engagement zu verdanken.

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Jetzt ist das Kunstwerk in die Jahre gekommen, es muss abgerissen und neu gebaut werden. Dass der Neubau überhaupt möglich ist, ist bürgerschaftlichem Engagement zu verdanken.

Neubau von Sol LeWitts „Four Part Piece“ in Ostfildern (Foto: Jürgen Bubeck)
„Das ist eine wirkliche Präzisionsarbeit hier, die die Herren machen, gerade die erste Reihe ist ziemlich wichtig,“ erläutert Holle Nann, die Leiterin der städtischen Galerie Ostfildern. „Ich spreche immer gern von Welt Kunst. Und denke, dass ich da nicht übertreibe. Sol LeWitt ist einfach der Künstler, der für die minimal und die Konzept Art steht und hat eine ganz entscheidende Rolle in der Kunstgeschichte. Und sowas vor Ort in Ostfildern zu haben ist wunderbar.“ Jürgen Bubeck Bild in Detailansicht öffnen
Herbert Rösch, ehemaliger Oberbürgermeister von Ostfildern und Ehrenbürger der Stadt, zur Bedeutung des Werks: „Ich glaube, sie sind ideal gemacht für Ostfildern, die aus 4 Teilen vor vielen Jahrzehnten gegründet worden ist und sie symbolisiert unser Stadt Verständnis, indem an 4 Standorten das Zusammenwachsen Ostfilderns zum Ausdruck kommt. Zusammenwachsen heißt, dass jeder Teil seine Identität behält, deswegen sind sie nicht bündig zusammengemauert, sondern behalten ihre Eigenständigkeit“ Jürgen Bubeck Bild in Detailansicht öffnen
Der US-amerikanische Künstler Sol LeWitt, hat die Freiluftinstallation „Four Part Piece“ konzipiert. Es ist 1992 im Rahmen des internationalen Skulpturenprojektes „Platzverführung“ entstanden. Jetzt ist das Kunstwerk in die Jahre gekommen, es löst sich geradezu auf. Cordelia Marsch Bild in Detailansicht öffnen
Sol LeWitts „Four Part Piece“ ist in die Jahre gekommen, die Mauern bröckeln, Wasser ist in die weißen Kalksteine geronnen und hat den Stein porös gemacht. Ein Abriss und Neubau war die einzige Chance, das Kunstwerk zu erhalten. Und war übrigens ganz im Sinne der Rechtsnachfolge vom Künstler. Herbert Rösch hat heute wie damals die Spenden für die Mauern gesammelt. Damals 100.000 Mark, heute 145.000 Euro. Denn: Öffentliche Gelder waren für das Kunstwerk im öffentlichen Raum nie vorhanden. Cordelia Marsch Bild in Detailansicht öffnen
Auf einem großen Feld am Stadtrand von Ostfildern, die Baustelle für das Kunstwerk „Four Part Piece“ vom Konzeptkünstler Sol LeWitt. Cordelia Marsch Bild in Detailansicht öffnen
Janko (links) und Mitjo bauen alle Mauern des Konzeptkunstwerkes von Sol LeWitt neu Jürgen Bubeck Bild in Detailansicht öffnen
Viel gespendet hat auch die ortsansässige Baubranche. Die Kalksteine sind extra neu gegossen worden, und mit einem Generator und einem wendigen Mini-Kran bauen die Maurer Mitjo und Janko die Wände auf den Feldern wieder neu auf. Auch sie stecken viel Herzblut in die Arbeit. Janko: „Es ist nicht schwer, es ist wirklich schön hier zu arbeiten. Ich bin glücklich, dass wir etwas wertvolles für die Bürger und den Ort hier machen können.“ Cordelia Marsch Bild in Detailansicht öffnen
Die Steine des Kunstwerks in der Größe von 50x24x24cm Jürgen Bubeck Bild in Detailansicht öffnen

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