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Der erste Rasierer von Braun war eine Sensation

Die elegante Ausstellung im Berliner Bröhan Museum zum 100. Jubiläum von Braun beginnt mit der Geburtsstunde des Rundfunks. Der Unternehmensgründer Max Braun aus Ostpreußen, ein gelernter Schlosser, der sich in Abendkursen weitergebildet hat, siedelt sich 1921 mit seiner Firma in Frankfurt am Main an und produziert zunächst Radiogeräte.

Da Max Braun aber ein genialer Erfinder war, kommt er auf die Idee, sich auch an einem elektrischen Rasierer zu versuchen, den er dann 1950 auf den Markt bringt. Eine ganz große Sensation, weil er eben auch nicht nur gut aussieht, sondern auch perfekt funktioniert, und auch sehr viel Geld für die Firma Braun einspielt.

Eine firmeneigene Designabteilung lässt Braun zum Vorreiter werden

Max Braun, Unternehmer mit Leib und Seele, stirbt 1951 in seinem Büro an einem Herzinfarkt. Seine beiden Söhne Erwin und Artur übernehmen den prosperierenden Betrieb und wandeln ihn um. Der Theaterwissenschaftler Fritz Eichler bringt Kultur und Industrie zusammen, er baut eine firmeneigene Designabteilung auf.

Küchenmaschine „KM 32“ (Foto: Pressestelle, Colya Zucker / Bröhan-Museum)
Gerd Alfred Müller / Robert Oberheim, Küchenmaschine „KM 32“, 1964, Braun-Sammlung Ettel, Berlin Pressestelle Colya Zucker / Bröhan-Museum

Der eigentliche Durchbruch aber beginnt mit den Kontakten zur Hochschule für Gestaltung in Ulm. Hans Gugelot und Otl Aicher, beide Dozenten in Ulm, sind maßgeblich verantwortlich für die spektakuläre Präsentation von Braun bei der Funkausstellung in Düsseldorf 1955: Der Messestand sieht aus wie ein Vorläufer der Apple Verkaufsflächen. Hell, sparsam, klar.

In den 60er Jahren erobern die Geräte von Braun die Neubausiedlungen des Wirtschaftswunderlandes. Radio und Fernseher im Wohnzimmer, Mixer und Bügeleisen in der Küche, Rasierapparat im Badezimmer und Wecker neben dem Bett. Nur das Tischfeuerzeug ist gemeinsam mit der Raucherkultur inzwischen untergegangen.

Später tritt die Technik der Geräte in den Vordergrund

Mit dem Designer Dieter Rams, der als Innenarchitekt bei Braun begann, ändert sich dann die Anmutung. Die Geräte sehen kühler aus, die Technik tritt in den Vordergrund.
Es gibt so gut wie keine Rundungen bei den Geräten von Dieter Rams, da wird mit den Primärformen von Rechteck und Quadrat, und dem Kreis, wieder eingeschrieben in eine Rechteckform gearbeitet. Manche bezeichnen das auch als eine sehr männliche Formensprache, eine sehr harte Formensprache und auch eine sehr un-emotionale Formensprache.

Radio-Phono-Kombination „SK 4“ (Foto: Pressestelle, Colya Zucker / Bröhan-Museum)
Hans Gugelot / Dieter Rams / Herbert Lindinger, Radio-Phono-Kombination „SK 4“, 1956, Braun-Sammlung Ettel, Berlin Pressestelle Colya Zucker / Bröhan-Museum

Die aktuelle Produktpalette wirkt unentschieden in der Handschrift. Aber Besucher*innen werden im Museum sicherlich einige Stücke aus ihrem eigenen Haushalt wieder finden und lernen hier deren Geschichte kennen.

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