Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim Bilder zur Ausstellung „Gaston Paris: Die unersättliche Kamera“

Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim Bilder zur Ausstellung „Gaston Paris: Die unersättliche Kamera“

Gaston Paris - Die unersättliche Kamera (Foto: Pressestelle, Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim - Foto: Gaston Paris/ Roger-Viollet)
Gaston Paris machte Fotos geheimnisvoller Schönheiten wie Edith Piaf. Doch genauso arrangierte er Porträts von Schaufensterpuppen, die er beispielsweise auf der Internationalen Ausstellung der Surrealisten 1938 in der Galerie Beaux-Arts fotografierte.Hier auf dem Bild: Die französische Sängerin Edith Piaf (1915-1963) bei einer Schallplattenaufnahme, Paris, 1937 oder 1938. Pressestelle Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim - Foto: Gaston Paris/ Roger-Viollet
Immer wieder tauchen in seinen Bildern Schaufensterpuppen und Masken auf. Und es gibt eine wunderbare Serie von Bildern für eine Fotoreportage aus dem Pariser Musée Grévin, dem Wachsfigurenkabinett.Auf dem Bild: Wachspuppe vor dem Transport nach Kanada Musée Grévin, Paris um 1934. Pressestelle Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim - Foto: Gaston Paris/ Roger-Viollet
Gaston Paris hatte Spaß am Surrealen und Skurrilen, erklärt der Fotoexperte Michel Frizot: „Immer wieder sucht Gaston Paris Themen, die ins Fantastische gehen. Selbst wenn die Motive eigentlich gar nichts Fantastisches oder Skurriles haben, setzt er sie so ins Licht, dass sie so wirken. Er hatte wirklich das Auge eines Cinéasten, wenn er mit extremer Auf- oder Untersicht oder von sehr nah fotografierte.“Hier auf dem Bild: Kiki de Montparnasse (1901-1953), eine feste Größe der Pariser Bohème, Sängerin, Schauspielerin und Modell berühmter Maler. Pressestelle Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim - Foto: Gaston Paris/ Roger-Viollet
Noch bis vor wenigen Jahren sagte der Namen Gaston Paris dem Fotoexperten Michel Frizot kaum etwas. Doch je mehr Fotografien er von ihm zufällig auf Flohmärkten, bei Trödlern und in Antiquariaten fand, desto faszinierter war er von dessen Werk und begann, gezielt nach ihm zu suchen.Auf dem Bild: Blick von der Schwebefähre Ponts-et-Chaussées, einer Hängebahn in Marseille, 1944, kurz vor ihrer Zerstörung durch die Deutschen. Pressestelle Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim - Foto: Gaston Paris/ Roger-Viollet
Gaston Paris hatte in den 30er Jahren für die Zeitschrift „VU“ gearbeitet. Eine damals sehr beliebte Illustrierte, die als erste in Europa Fotoreportagen abdruckte – mit vielen Fotos und wenig Text. Dieses neue Genre prägte Gaston Paris entscheidend mit.Auf dem Bild: Ausgabe des Magazins „VU“ mit Titelbild von Gaston Paris, 1935. Pressestelle musée Nicéphore Niépce, ville de Chalon-sur-Saône - Foto: Gaston Paris
Der Zirkus, das Variété und der Jahrmarkt sind Gaston Paris Lieblingsmotive. Und natürlich die Menschen, die dort arbeiten: die Tänzerinnen, die Artisten – vor und auf der Bühne.Auf dem Bild: Panther-Frau auf dem Jahrmarkt, um 1941. Pressestelle Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim - Foto: Gaston Paris/ Roger-Viollet
Fotografien aus der Zeit während des Zweiten Weltkriegs kennt man von Gaston Paris kaum. 1945 fotografierte er das zerbombte Berlin und ein Gefangenen-Lager in Tirol. Im Auftrag der eher links-liberalen Zeitschrift VU beschäftigte er sich auch mit sozialen Themen und fotografierte verwahrloste Vorstadtkinder, demente Alte oder Gefängnisse. Und der Autodidakt Gaston Paris schuf eindrückliche Porträts.Auf dem Bild: Gefangenenlager „Oradour“, errichtet von der französischen Besatzungsmacht für Nazigefangene in Tirol, 1945/46. Der Name „Oradour“ erinnert an den Ort in Frankreich, den die SS aus Rache für Partisanenangriffe vollkommen zerstört hatte. Pressestelle Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim - Foto: Gaston Paris/ Roger-Viollet
Aber auch bestechende Architekturaufnahmen sind Gaston Paris gelungen: immer wieder der Eiffelturm aus ganz ungewöhnlichen Perspektiven und in überraschenden Ausschnitten. Nach dem Krieg entwickelt sich jedoch eine andere Bildersprache, eine neue Ästhetik. Gaston Paris und seine Kunst sind nicht mehr gefragt. Er stirbt 1964, verarmt und vergessen.Auf dem Bild: Blick vom Eiffelturm, Paris 1937. Pressestelle Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim - Foto: Gaston Paris/ Roger-Viollet
Mit dieser beeindruckenden und schön gestalteten Ausstellung wird das Werk von Gaston Paris posthum in besonderer Art gewürdigt. Sie zeigt nicht nur Vintage-Abzüge aus den 30er Jahren, sondern präsentiert auch ganze Magazinseiten auf den Ausstellungswänden, legt die Original-Kontaktabzüge aus den Archiven in Vitrinen zur Ansicht. Es gilt, einen großen Fotografen wiederzuentdecken. Pressestelle Gestaltung: rem gGmbH - Foto: Gaston Paris/ Roger-Viollet
STAND