Fotografien von Baraa Rajab Basha in der TUFA Deutschland aus Sicht eines syrischen Fotografen

Fotografien von Baraa Rajab Basha in der TUFA Deutschland aus Sicht eines syrischen Fotografen

Der syrische Fotograf Baraa Rajab Basha auf seiner Fahrradtour durch Deutschland. (Foto: Pressestelle, Trierer Kulturzentrum Tuchfabrik - Foto: Baraa Rajab Basha)
Der Flyer zur Ausstellung zeigt einen jungen Mann, lächelnd neben einem Fahrrad mit Anhänger. Ein klassisches Erinnerungsfoto vor dem Start einer Freizeittour, wie Tausende sie machen. Nur, für Baraa war diese Art des Reisens völlig fremd. Nichts ist typischer für das aktuelle Westeuropa als Fahrradtourismus und dessen Botschaft, sagt Baraa. In Syrien dagegen sei die Infrastruktur schlecht - und selbst die schlechte Infrastruktur gebe es nicht mehr. Pressestelle Trierer Kulturzentrum Tuchfabrik - Foto: Baraa Rajab Basha
Brüssel, Gent, Antwerpen, Hamburg, Bremen, Kopenhagen. Die Fotos von Baraa stehen im Gegensatz zu dem fröhlichen Flyerbild. Sie zeigen Einsamkeit: die schnurgerade Straße durch das satte Grün eines Frühlingswaldes, ein hölzerner Catwalk an einem Felsen entlang. Pressestelle Trierer Kulturzentrum Tuchfabrik - Baraa Rajab Basha
Die meisten aber sind Gesichter, großformatige Schwarzweiß-Porträts von Menschen. Viele schauen ernst, alle wirken speziell: Der hagere Grauhaarige mit tiefen Falten, der junge Bärtige mit widerspenstigen Locken und einem verlorenen Blick. Pressestelle Trierer Kulturzentrum Tuchfabrik - Foto: Baraa Rajab Basha
Nur zum ersten Porträt, dem eines Mannes aus Brügge, hat Baraa eine kurze Legende hinzugefügt. Durchnässt und übermüdet nach einer Nacht im Wald, traf er ihn zufällig und bekam von ihm ein Frühstück. Bei allen anderen steht nur Aufnahmeort oder ein Aphorismus. Aber auch sie haben Baraa geholfen. SWR - Foto: Marion Barzen
Baraa Rajab Basha über seine Reise: „Ich habe gezeltet. In Ländern wie Dänemark und Norwegen gibt es Jedermannsrecht. Man darf überall zelten. In Ländern wie Belgien, Holland und Deutschland gibt es eine Plattform, die heisst „warm showers“. Man bekommt eine Übernachtung von Menschen, die auch schon Fahrrad gefahren sind, bekommt ein Bett, Lebensmittel, darf Wäschewaschen und so weiter.“ Pressestelle Trierer Kulturzentrum Tuchfabrik - Baraa Rajab Basha
Der fremde Dirk habe ihn daran erinnert, warum er selbst aufgebrochen sei zu dieser Reise: "Ich habe mich sozial ausgegrenzt gefühlt, hatte wenig Kontakt zu dem Umfeld hier. Meine Familie nennt das Wegrennen. Manche enge Freunde von mir tun das auch. Aber nachdem die Fotos entstanden sind, denken sie anders." Pressestelle Trierer Kulturzentrum Tuchfabrik - Foto: Baraa Rajab Basha
Seit vier Jahren lebt Baraa in Deutschland. Er kam nicht als Flüchtling, sondern mit Studienvisum. Er betont das, als ob er sich rechtfertigen müsse. Wirkliche Ablehnung habe er nie gespürt, aber erst auf der Fahrradreise echte Offenheit erlebt. Pressestelle Trierer Kulturzentrum Tuchfabrik - Foto: Baraa Rajab Basha
Was er in seinem Umfeld in Trier, in der deutschen Gesellschaft insgesamt vermisst habe, Wärme und Interesse, habe er hier gefunden. Und zugleich das Medium, um sich auszudrücken. Pressestelle Trierer Kulturzentrum Tuchfabrik - Foto: Baraa Rajab Basha
Baraa Rajab Basha: "Kommunikation und Bilder können viel erzählen. Das wissen wir. Und ich bin sehr schlecht in Theorie und im Schreiben. Aber auch ein Bild kann die Arbeit tun. Ob das nun ein Film, ein Bild oder eine Fotoserie ist: Es ist eine super-friedliche Methode, um die Lücke zwischen Westen und Osten, nach dem syrischen Krieg, zu schließen." Pressestelle Trierer Kulturzentrum Tuchfabrik - Foto: Baraa Rajab Basha
Ab März ist er wieder unterwegs mit dem Fahrrad, fährt durch alle Bundesländer. Sein neues Projekt: Er will „Tausend Porträts für Deutschland“ machen. Pressestelle Trierer Kulturzentrum Tuchfabrik - Foto: Baraa Rajab Basha
Baraa Rajab Basha: "Ich möchte meine Dankbarkeit für die deutsche Gesellschaft zeigen, vor allem für die netten Menschen, die nicht nur Syrern, sondern überhaupt fremden Menschen geholfen haben." Pressestelle Trierer Kulturzentrum Tuchfabrik - Foto: Baraa Rajab Basha
STAND