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Viele Formen von Männlichkeit zeigt die Schau „Masculinities – Liberation through Photography“ mit über 300 Fotos von fünfzig internationalen Künstlerinnen und Künstlern. Sie ist ein Gastspiel der Londoner Barbican Gallery Im Berliner Martin-Gropius-Bau. Ausgehend von der Emanzipationsbewegung der Schwulen und Lesben in den 1960er und 70er Jahren setzt sie sich mit den Rollenbildern von Männern und Frauen auseinander, die bis heute fortwirken.

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Besonders berührend sind die Bilder, die mit der Illusion von Stärke brechen: John Coplans etwa hat seinen alternden Körper mit Falten, Fettpölsterchen und welken Muskeln dokumentiert – lediglich sein Gesicht ist in der Körperstudie nicht zu sehen. Oder die Bilder portugiesischer Stierkämpfer nach der Show, fotografiert von Rineke Dijkstra. Jenseits der heroischen Helden-Pose zeigen sie die Verletzlichkeit dieser vermeintlich „echten Männer“.

Wann ist ein Mann ein Mann: Vielfalt der Männlichkeiten

Was macht den Mann zum Mann, was macht die Frau zur Frau – was befindet sich dazwischen? Diese Fragestellung schwingt immer mit. Als die Homosexuellen-Bewegung in den 1970er Jahren an Sichtbarkeit gewann, stellte sie performativ und öffentlichkeitswirksam die tradierten Geschlechts- und Sexualitätsvorstellungen der Gesellschaft in Frage: Schwule als männlich codierte Uniformträger anstelle des stereotypen effeminierten Feingeists, lesbische Frauen in ebenfalls männlich codiertem „Butch-Look“ und Drag Queens, die zwischen männlich und weiblich changieren – um nur einige Beispiele zu nennen.

Die Verletzlichkeit hinter dem Klischee

Sam Contis' Bilder dagegen setzen sich nicht mit der performativen Männlichkeit auseinander, sie rückt ein Körpermerkmal in den Mittelpunkt: den Adamsapfel. Generell als Zeichen von Männlichkeit verstanden – wie der Name auch unmissverständlich klar macht – erscheint er auf den Nahaufnahmen plötzlich verletzlich und zart.

Balanceakt zwischen kritischem Hinterfragen und stereotyper Darstellung

Andere Bilder dagegen tappen in die Falle der männlichen Selbstdarstellung: Statt Rollenmuster aufzubrechen, zementierten sie diese. Statt Klischees zu hinterfragen, würden Stereotypen reproduziert.

Die Ausstellung im Gropius-Bau in Berlin läuft noch bis 10. Januar 2012.

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