Ausstellung

„Ben Willikens: Raum und Gedächtnis“ – Retrospektive im Schauwerk Sindelfingen

STAND
AUTOR/IN

Menschenleere Räume, die Farbe Grau und das Großformat – das sind die wesentlichen Konstanten, mit dem sich Ben Willikens international einen Namen gemacht hat. Das Schauwerk Sindelfingen widmet dem Künstler und ehemaligen Kunstprofessor eine Retrospektive mit rund 100 Werken.

Audio herunterladen (3,9 MB | MP3)

Ausstellungsansicht: BEN WILLIKENS. Raum und Gedächtnis, SCHAUWERK Sindelfingen, 20222023 (Foto: © VG Bild-Kunst, Bonn 2022)
Ausstellungsansicht: BEN WILLIKENS – „Das Abendmahl“. Raum und Gedächtnis, SCHAUWERK Sindelfingen, 2022/2023 © VG Bild-Kunst, Bonn 2022 Bild in Detailansicht öffnen
Ben Willikens: Bett Nr. 16, 1975, Staatsgalerie Stuttgart, , Graphische Sammlung, Schenkung von der L-Bank Staatsbank für Baden-Württemberg, Foto: Galerie Schlichtenmaier © VG Bild-Kunst, Bonn 2022 Bild in Detailansicht öffnen
Ben Willikens: Stuhl Nr. 3, 1975, Kunstmuseum Stuttgart © VG Bild-Kunst, Bonn 2022 Bild in Detailansicht öffnen
Ben Willikens: Badewannen Nr. 1/2, 1974, Hansjerg Maier-Aichen, Foto: Horst Alexy © VG Bild-Kunst, Bonn 2022 Bild in Detailansicht öffnen
Ben Willikens: Raum 1614, ORTE 2, 2021, ALBERTINA, Wien, Schenkung aus der Sammlung Siegfried und Jutta Weishaupt, Foto: Michael Steinle © VG Bild-Kunst, Bonn 2022 Bild in Detailansicht öffnen
Ausstellungsansicht: BEN WILLIKENS. Raum und Gedächtnis, SCHAUWERK Sindelfingen, 2022/2023 © VG Bild-Kunst, Bonn 2022 Bild in Detailansicht öffnen
Ben Willikens: Raum 1321, Studio Piet Mondrian, Paris, 2017, Sammlung Siegfried und Jutta Weishaupt Foto: Michael Steinle © VG Bild-Kunst, Bonn 2022 Bild in Detailansicht öffnen
Ausstellungsansicht: BEN WILLIKENS. Raum und Gedächtnis, SCHAUWERK Sindelfingen, 2022/2023 © VG Bild-Kunst, Bonn 2022 Bild in Detailansicht öffnen

Menschenleeres Abendmahl

Ben Willikens, 1939 in Leipzig geboren, zählt zu den wichtigsten Vertretern der zeitgenössischen Kunst. Sein bekanntestes Werk: „Das Abendmahl“, in dem er Leonardo da Vinci zitiert und sein „Leipziger Firmament“, ein über 460 Quadratmeter großes Deckengemälde im Museum der Kunst in Leipzig.

Ein „gottverlassenes” Bild ist sein bekanntestes. Ein „Abendmahl”, das auf den ersten Blick genau so aussieht, wie das von Leonardo. Doch auf den zweiten sieht man: Es ist völlig leer. Kein Jesus, keine Jünger, niemand. Und die Portale an der Seite des seltsam kalten Raumes wirken bei genauem Hinsehen wie Gefängnis- oder Anstaltstüren.

Sanatoriumaufenthalt in den 60er Jahren

Der Grund, warum sich in den Bildern von Ben Willikens bis heute keine Menschen finden, geht auch auf seinen Aufenthalt in einem Sanatorium Ende der 60erJahre zurück. Die traumatischen Erfahrungen, die er dort machte, flossen ein in seine berühmten Anstaltsbilder. Zu sehen: kalte, sterile Funktionsräume mit Badewannen, Waschtischen, Betten, Stühlen oder vergitterten Fenstern. Unmenschliche Räume vom Menschen geschaffen.

„In dieser Klinik habe ich mich entschlossen, ich beschäftige mich nicht mit dem Menschen. Ich will ihn nicht mehr malen oder zeigen. Ich will mich künstlerisch gar nicht direkt mit ihm auseinandersetzen, ich weiß nicht, was hinter der Maske vorgeht.“

Indirekt setzt sich Ben Willikens natürlich schon mit dem Menschen auseinander. Und zwar, indem er den architektonischen Raum zeigt, den der Mensch vielleicht gerade verlassen hat – angedeutet etwa durch eine Tür, die leicht offensteht.

Die zweite Konstante im Werk Willekins ist das Grau

Neben der Abwesenheit des Menschen ist die zweite Konstante im Werk des 1939 in Leipzig geborenen Künstlers die Farbe Grau. Als Kind irrte er im Winter '43 durch die von Luftangriffen zerstörte Stadt, die bedeckt war vom Schnee, der sich mit der Asche vermischte. Eingefrorenes Grau, wie er es nennt, das ihn in all seinen Schattierungen begleitet. Nicht nur in seinen Anstaltsbildern, sondern auch in seiner Serie „Orte“, einer Auseinandersetzung mit der monumentalen Architektur der Nationalsozialisten.

Ausstellung 200 Jahre deutsch-amerikanische Freundschaft: In Heidelberg eröffnet das Mark Twain Center für transatlantische Beziehungen

Nach mehrjährigen Vorbereitungen eröffnet in Heidelberg am 22. Mai offiziell das Mark Twain Center für transatlantische Beziehungen. Eingerichtet ist es im ehemaligen europäischen Hauptquartier der US-Armee in der Heidelberger Südstadt, einem bisher unzugänglichen Militärgebäude. Das Haus war nach 1945 bis 2013 Sitz des Oberbefehlshabers der US-Armee in Europa.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Ausstellung Eine Künstlerfamilie im Exil - Das Museum Haus Dix in Hemmenhofen am Bodensee

1933 verliert Otto Dix in Dresden durch die Nazis seinen Lehrstuhl als Kunstprofessor. Er flieht mit seiner Familie an den Bodensee. Dank einer Erbschaft von Frau Martha konnten sie dort ein großes Haus bauen. Das wird seit 2013 vom Kunstmuseum Stuttgart als Ausstellungsort betrieben. In dieser privaten Atmosphäre wird das Leben des berühmten Malers eindrucksvoll erfahrbar.  mehr...

SWR2 am Samstagnachmittag SWR2

Kunst Young Rebellion – eine Ausstellung über jugendliche Protestkultur im A.K.T; Pforzheim

Spannende und sehr unterschiedliche künstlerische Medien und Positionen junger Künstler*innen versammelt die Ausstellung „Young Rebellion“. Proteste gegen Kapitalismus, Polizeigewalt oder die Waffenlobby sind genauso Thema wie der Kampf für Geleichberechtigung und Klimaschutz.  mehr...

SWR2 Kultur aktuell SWR2

STAND
AUTOR/IN