Kunst

„Becoming Famous. Peter Paul Rubens“ in der Staatsgalerie Stuttgart

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Der flämische Künstler gilt als einer der erfolgreichsten Maler des Barock. Das hängt nicht nur mit dem hohen Wiedererkennungswert seiner Bildsprache zusammen, sondern auch mit seiner ungeheuren Schaffenskraft. Gleichzeitigt war Rubens auch ein großer Netzwerker, der es bestens verstand, sich und sein Werk zu vermarkten. Wie ihm das gelang, dieser Frage geht die Staatsgalerie Stuttgart in einer hochkarätigen Ausstellung nach.

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Auch nach 400 Jahren ist Rubens' Werk noch nicht vollständig erforscht

Zielstrebig, authentisch, mutig, global und fleißig. Schlagworte, die auf die Wand projiziert werden und schon zu Beginn der Ausstellung auf das Erfolgsrezept Peter Paul Rubens' hinweisen.

Wie fleißig er schon in jungen Jahren ist und dass sein Werk selbst nach über 400 Jahren noch nicht endgültig erforscht ist, diese Erfahrung hat auch Kuratorin Sandra-Kristin Diefenthaler gemacht. Sie hat für die Ausstellung das Depot der Staatsgalerie durchforstet und stieß dabei auf bisher wenig bekannte Serie von Bildnissen von Julius Caesar bis Marc Aurelius.

Wohlhabende Eltern und gute Bildung helfen Rubens

In der Ausstellung wird deutlich, wie gut vernetzt und eingeführt Rubens in die feine Gesellschaft ist. Er ist nicht nur ehrgeizig und talentiert, sondern als Sohn wohlhabender Eltern auch sehr gebildet – auch ein Grund für seine Berühmtheit.

Sandra-Kristin Diefenthaler: „Er ging in Antwerpen auf die Lateinschule und konnte durch diese Lateinschule natürlich auch kommunizieren. Sprache ist ein ganz wichtiges Mittel, um Auftraggeber zu beeindrucken, um aber auch ein interessanter Gesprächspartner zu sein. Und er konnte sich einfach auf sehr hohem Niveau mit allen unterhalten.“

Digitale Eröffnung »Becoming Famous. Peter Paul Rubens«Große Sonderausstellung 22.10.2021 – 20.2.2022 Peter Paul Rubens war schon zu Lebzeiten weltberühmt. Grundlage seines Ruhmes sind seine Bilder, deren bewegte und bewegenden Kompositionen seinen Namen bis heute lebendig halten. Doch wie gelingt es ihm, zu einem Maler aufzusteigen, der in ganz Europa gefeiert wird? Zielstrebig plante der junge Maler seinen Erfolg. So verlässt er 1600 Antwerpen und wird Hofmaler in Mantua. In Italien studiert Rubens die Kunst der Antike, der Renaissance und der Zeitgenossen. Kontinuierlich erweitert er sein Netzwerk und gewinnt einflussreiche Auftraggeber und Aufträge. Zurück in Antwerpen produziert seine leistungsstarke Werkstatt eine hohe Zahl an Bildern. Schnell sind seine Motive in ganz Europa bekannt. Die Ausstellung zeigt an die 100 Gemälde und Arbeiten auf Papier aus eigenem Bestand sowie hochwertige Leihgaben aus internationalen Museen und Sammlungen. Unter dem Titel »Things Matter« ergänzt eine Auswahl zeitgenössischer Fotografien die Ausstellung. Die fotografischen Positionen beziehen Stellung zu Themen wie Rassismus, Klimawandel und Konsum und sind damit eine unmittelbare Reaktion auf das Heute. Mehr unter www.staatsgalerie.de Videoproduktion: art/beats, www.art-beats.dePosted by Staatsgalerie Stuttgart on Thursday, October 21, 2021

Mit seiner Historienmalerei bekommt Rubens Öffentlichkeit

Rubens bereist Europa, kennt fast alle Fürsten persönlich und wird als angesehener Porträtmaler nicht zuletzt auch sehr wohlhabend. Mit der Porträtmalerei finanziert der flämische Künstler seine Werkstatt, in der er mit effizienter Arbeitsteilung viele Bilder in hoher Qualität produziert und kopiert, um der großen Nachfrage nachzukommen.

Der Nachteil der Porträtmalerei, sie verschwindet meist hinter Schlossmauern und bleibt damit im Verborgenen. Mehr Öffentlichkeit bekommt Rubens mit seiner eigentlichen Leidenschaft, der Historienmalerei – etwa für Kirchen. So zeigt die Ausstellung etwa die unglückliche Liebesgeschichte der antiken Gestalten Hero und Leander.

Meeresnymphen geleiten in der Bildmitte den Leichnam Leanders ans Ufer, am rechten Bildrand stürzt sich Hero kopfüber in die aufgewühlten hell leuchtenden Fluten, um mit ihrem Geliebten im Tod vereint zu sein.

Die Ausstellung stellt heraus, wie Rubens zu einem bedeutenden Künstler wurde

Ein eindrucksvolles Spiel mit Licht und Farbe, Dramatik, Emotionen und perlmuttschimmernden Figuren - eben Rubens pur.

Nicht nur deswegen ist die Ausstellung „Becoming Famous – Peter Paul Rubens“ sehenswert. Sondern auch, weil sie durch die Auswahl der Bilder, ihrer Bezüge zueinander und der zahlreichen Texttafeln zeigt, wie es dem jungen Rubens gelingt, zu einem berühmten und bedeutenden Künstler zu werden.

Riehen

Ausstellung Ein Hofmaler, der nicht altert: Francisco de Goya in der Fondation Beyeler

Die Fondation Beyeler in Basel hat eine ganze Ausstellung den Werken des spanischen Malers Francisco Goya gewidmet. Er war nicht nur ein großartiger Maler und Porträtist am spanischen Königshof, sondern er war auch ein moderner Zweifler, denn „die Sichtweise der Welt von Goya ist nicht die unproblematischste“, sagt Austellungskurator Martin Schwander. Dort sind knapp 200 Gemälde zu sehen, die zeigen, wie unglaublich „aktuell“ das vielseitige und auch widersprüchliche Werk von Goya über die Jahrhunderte hinweg geblieben ist.  mehr...

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