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Zum ersten Mal widmet sich mit „bauhaus.film.expanded“ eine Ausstellung ausführlich dem filmischen Erbe der Bauhaus-Künstler*innen. Das Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe zeigt ab 8. Februar Erstaufführungen, digitale Rekonstruktionen und originalgetreue Wiederaufführungen der Bauhaus-Filme, inspiriert von Walter Gropius‘ Idee des Totaltheaters, das auf ein immersives Kinoerlebnis abzielt.

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„bauhaus.film expanded“-Ausstellung im ZKM Karlsruhe

Ludwig Hirschfeld-Mack (l. am Klavier), Theo Bogler (m.), Marli Heiman (r.) an der Apparatur, bei der Aufführung von Kreuzspiel (Foto: um 1924, Kaj Delugan)
Es waren 28 Bauhaus-Künstler*innen, von denen wir heute wissen, dass sie sich auch mit Film beschäftigten. Sie versuchten, die Gedankenwelt des Bauhauses auch auf dieses junge Medium anzuwenden. „Sehen lernen, genauer sehen lernen“: das Bauhaus als eine Schule der Wahrnehmung, wie Gropius es formulierte. — Im Bild: Ludwig Hirschfeld-Mack (l. am Klavier), Theo Bogler (m.), Marli Heiman (r.) an der Apparatur um 1924, Kaj Delugan Bild in Detailansicht öffnen
So entstand eine Reihe von „abstrakten Filmen“, wie etwa ein zweiminütiges Tonfilm-Experiment von László Moholny-Nagy aus dem Jahr 1932, der Anfangszeit des Tonfilms. Dieses Filmexperiment wurde von den Kuratoren der „bauhaus.film.expanded“-Ausstellung entdeckt, denn der kleine Film hing an einem anderen Film hintendran. — Filmstill aus „Alter Hafen in Marseille - Marseille Vieux Port“ von László Moholy-Nagy 1929/1932 courtesy Hattula Moholy-Nagy Bild in Detailansicht öffnen
Auch andere Bauhaus-Künstler*innen experimentierten mit dem Ton bzw. mit der Musik zum Film, zusammen mit Spezialisten, wie etwa Oskar Sala, einem der kreativsten Musikpioniere des 20. Jahrhunderts. Er arbeitete mit einem sogenannten Trautonium, einem der ersten elektronischen Musikinstrumente, mit dessen Hilfe er später auch die Vogelschreie für Alfred Hitchcocks „Vögel“ schuf. — Filmstill aus „Filmkurbel“ von Heinrich Brocksieper 1927-1930 courtesy Utz Brocksieper Bild in Detailansicht öffnen
Wiederentdeckt wurden auch die Filme von Ellen Auerbach, geb. Rosenberg, einer aus Karlsruhe stammenden Fotografin und Filmemacherin. Zusammen mit Grete Stern führte sie ein erfolgreiches Werbestudio in Berlin und drehte erste Filme. Zum Beispiel einen Werbefilm für Israel, um deutsche Juden zur Auswanderung zu bewegen oder den Alltag in Berlin Mitte der 30er Jahre mit Obdachlosen und Naziaufmärschen. — Bild: Filmplakat „Wie wohnen wir gesund und wirtschaftlich?“ von Richard Paulick 1926-28, Richard Paulick Bild in Detailansicht öffnen
Die Ausstellung im Karlsruher ZKM zeigt 60 der rund 100 bisher bekannten Filme, die von Bauhaus-Künstlern gedreht wurden. Wahrscheinlich gibt es noch viel mehr, die über die ganze Welt verstreut sind, vermuten die Kuratoren. — Filmstill aus „Reflektorische Farblichtspiele“ von Kurt Schwerdtfeger 1922/1967 courtesy Paula Schwerdtfeger Bild in Detailansicht öffnen
Doch durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die Entwicklung der deutschen Filmkunst durch die Bauhaus-Künstler*innen abrupt gestoppt und durch Vertreibung und Krieg wurden viele Bauhaus-Filme für immer vernichtet. Umso wichtiger, dass die Ausstellung im ZKM jetzt zeigt, was noch erhalten ist und dass die Bauhaus-Künstler*innen auch für den Film wegweisend waren. — Filmstill aus „Ente“ von Heinrich Brocksieper 1927-1930, courtesy Utz Brocksieper Bild in Detailansicht öffnen

bauhaus.film.expanded. Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) Karlsruhe, 8.2.-17.5.

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