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Der britische Künstler Francis Bacon war ein belesener Mann. Seine Bibliothek umfasste mehr als 1.000 Bücher, die für seine Malerei eine wichtige Rolle spielten. Wie groß der Einfluss der Literatur auf die Bilder Francis Bacons war, zeigt jetzt eine spektakuläre Ausstellung im Centre Pompidou Paris: „Bacon en toutes lettres“.

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Texte, die Francis Bacon inspirierten, sind – englisch und französisch – in separaten, dunklen, bilderlosen Räumen zu hören. Eine kluge Entscheidung, denn der Maler Francis Bacon war alles andere als ein Illustrator.

„Die Autoren inspirieren ihn nicht zu narrativen Bildern, es sind eher visuelle Flashs“, sagt Ausstellungskurator Didier Ottinger. „Aus der Vielzahl von Bildern, die zum Beispiel T.S. Eliots Gedichte in ihm stimulieren, hält er dann zwei oder drei fest und komponiert damit ein Triptychon. Das ist sehr subtil.“

„Man sieht nur, was man weiß“ – das Goethe-Zitat beweist in dieser literarischen Ausstellung mal wieder seine Richtigkeit. Außer den Bildern gibt es übrigens nichts zu lesen. Auf die üblichen Erklärtexte an den Wänden wurde verzichtet. Das kann man bedauern – denn es gäbe zu den Bildern des belesenen Bacon viel zu erklären.

So lässt sich Francis Bacons Malerei wunderbar lesen

Doch gerade der Verzicht auf didaktisches Beiwerk, das Vertrauen auf die Kraft der Literatur, macht diese Ausstellung zu einer sehr intimen und lehrreichen Begegnung mit dem Wesentlichen: Mit den Texten der Dichter und Denker im Ohr, lässt sich Francis Bacons Malerei tatsächlich wunderbar lesen.

„Bacon en toutes lettres“, Ausstellung im Pariser Centre Pompidou vom 11. September 2019 bis zum 20. Januar 2020.

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