Ausstellung bei den Dragon Days 2018 Die „Game of thrones“-Bastler von Stuttgart

Von Silke Arning

Fantasy und Science Fiction haben bei den Stuttgarter Dragon Days Hochkonjunktur. Sie zeigen, wie fantastische Literatur in Filmen und Computerspielen erzählt wird. Passend dazu die Ausstellung „Unseen Westeros“ im Stuttgarter „Gutbrod“, zur Vorgeschichte der Fantasy-Serie „Game of thrones“. Eine Weltpremiere in Stuttgart - auch über Stuttgarter 3D-Spezialisten, die an den Bildwelten der Kultserie mitgebastelt haben.

„Game of thrones“ – ein Welterfolg, unter anderem „made in Stuttgart“

„Westeros“ – eine fiktive Welt: verschiedene Adelshäuser, die um den Königsthron kämpfen. Eine eisige Welt im Norden mit weißen Wanderern und einer Armee von Toten, Schauplatz zahlreicher Schlachten. Die Fantasy Serie „Game of thrones“ ist Kult. Ein Welterfolg – unter anderem „made in Stuttgart“.

Dauer

Marco Wilz sitzt an seinem Computer, er nennt sich Digital Environment Artist, 3D-Generalist oder Matte Painting Artist. Er kreiert die verschiedensten Filmkulissen. „Seit der zweiten Staffel werden Teile von Game of thrones in Stuttgart bearbeitet, bei den Firmen pixmondo und Mackevision. Bei beiden habe ich durchgängig von der zweiten Season bis zur aktuellen siebten daran gearbeitet, viele dieser Burgen und Stätten, die man sieht, umzusetzen.“

Landschaften aus digitalen Versatzstücken zusammenpuzzlen

Die Umsetzung - das ist eine Art digitale Fotomontage: „Die Landschaft, die man sieht, setzt sich aus vielen Bildern zusammen, die abgewandelt, verändert sind. Hier mal ein Fels, da ein Stückchen Meer, da ein Stückchen Wiese. Das gesamte Landschaftsstück gibt es so nicht in Wirklichkeit. Es ist eine Veränderung der Wirklichkeit. Und da thront eben an der höchsten Stelle diese Burg.“

„Storm's End“ zum ersten Mal in einer Ausstellung zu sehen

Die Burg „Storm's End“, eine der mächtigsten Königsfestungen von Westeros, ist hier zum ersten Mal überhaupt zu sehen. Denn mit der Stuttgarter Ausstellung „Unseen Westeros“, die im Rahmen der Dragon Days veranstaltet wird, geht es um Motive aus der Vorgeschichte des Fantasy-Epos.

Auslöser war die Ankündigung von Autor George R. Martin, statt eines weiteren Romans erst einmal eine Art Geschichtsbuch zur „Game-of-Thrones“-Welt schreiben zu wollen. 40 Künstler aus der ganzen Welt haben sich daraufhin zusammengefunden, um Orte, die bislang noch nie zu sehen waren, sichtbar zu machen.

Zeichner erzählen, wie sie „Game-of-Thrones“-Bilder kreiert haben

Tobias Wengert, Veranstalter der Stuttgarter Dragon Days: „In Stuttgart werden sechs Bilder gezeigt, weil Stuttgart ein wichtiger Standort ist für das visuelle Bild der Serie. Wir zeigen, wie die Bilder entstanden sind, wie sie sich zusammengesetzt haben. Und wir laden tatsächlich auch die Zeichner ein, die eine kleine Präsentation machen und erzählen, was ihre Aufgabe bei Game of Thrones war.“

Sechs Bilder? Das klingt zunächst sehr überschaubar. Tatsächlich ist eine größere Ausstellungsversion für kommenden Januar in Berlin in der Planung. „Der Autor George R. Martin hat sein Ok gegeben, hat aber gesagt: Bitte verlangt keinen Eintritt dafür.“

Unseen Westeros, Stormsend (Foto: Presse Dragon Days - Marco Wilz)
Unseen Westeros, Stormsend by Marco Wilz Presse Dragon Days - Marco Wilz

Zu jedem Motiv eine Hintergrundgeschichte

Aktuell versuchen die Künstler daher, mit einer Crowdfunding-Kampagne die Kosten für die Ausstellung zusammenzubekommen. So kann Stuttgart jetzt mit einer kleinen Weltpremiere aufwarten: die sechs großformatigen Bilder zeigen neue Perspektiven von „Harrenhall“ oder „Storm´s End“.

Das sei nicht nur etwas für Nerds, versichert der Künstler Marco Wilz: „Zu jedem der Motive gibt es eine Hintergrundgeschichte. Natürlich ist es hilfreich, wenn man ein bisschen was über die Geschichte von Game of thrones weiß. Aber im Zweifelsfall muss man Details doch noch einmal nachschlagen.“

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