Ausstellung in den Opelvillen Rüsselsheim Ernesto Ventós und der Duft der Bilder

Ausstellung in den Opelvillen Rüsselsheim Ernesto Ventós und der Duft der Bilder

SWR2-Reporterin Natali Kurth mit Riechtöpfchen vor Albert Ràfols - Casamadas Bild "Lavendel". (Foto: SWR, SWR - Foto: Natali Kurth)
Lila Lavendelfelder soweit das Auge reicht, ein warmer blumiger Geruch in der Luft. Eine Postkartenidylle, bei der Erinnerungen an den letzten Südfrankreichurlaub aufkommen. So ging es dem Sammler Ernesto Ventós, als er vor langer Zeit das Bild „Lavendel“ von Albert Ràfols-Casamada sah. Es sollte der Beginn seiner großen Sammlerleidenschaft und der Grundstein seiner Sammlung in Barcelona werden. SWR2-Reporterin Natali Kurth bei der Wiederholung dieser ersten Geruchsprobe.Albert Ràfols-Casamada, Lavanda (Lavendel), 1979, Öl auf Leinwand, 92 x 73 cm. © VG Bild-Kunst, Bonn 2018. SWR - Foto: Natali Kurth
Kuratorin Dr. Beate Kemfert: „Ernesto Ventós ist ja Parfumeur. Er hat sich an seine Vergangenheit erinnert. Er ist in Grasse ausgebildet, da kommen die großen Parfumeure her. Er hat sich sofort in das Bild verliebt, und es ist auch der Grundstock der Sammlung. Er hat jetzt wirklich 40 Jahre lang Kunstwerke gesammelt, die ihn an Gerüche erinnert haben.“ Kunst- und Kulturstiftung Opel Villen, Rüsselsheim Pressestelle - © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Constantino Ciervo versucht, den Geruchssinn mit einer Videoinstallation zu sensibilisieren. "Olfactory" heißt sein Werk, in dem eine Frau in einem kleinen Fernseher an einer Blume riecht. Daneben ist ein kleiner Spiegel installiert. Dieser dreht sich immer zum Betrachter, wenn die Frau einatmet. Dazu hat Ernesto Ventós einen Geruch kreiert. So kann man sich überlegen, ob das der Geruch ist, den die Frau einatmet. Kunst- und Kulturstiftung Opel Villen, Rüsselsheim Pressestelle - © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Diese Kombination zwischen Sehen und Riechen regt in angemessener Dosierung zum interaktiven Austausch und eigenen Überlegungen zur Kunst an. Angenehm, blumig, beißend, modrig oder metallisch. Der Sammler will mit der Kunst die Menschen für das Riechen sensibilisieren und dafür, die Sinne miteinander zu verbinden. Denn das gehe im Laufe des Lebens immer mehr verloren, so Ernesto Ventós.Alex Jasch: "Der kleine Kreischer", 2009 Hokkaido, Plastik, Sprühfarbe, Holz und Keramik. Kunst- und Kulturstiftung Opel Villen, Rüsselsheim Pressestelle - © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Einige der gesammelten Werke führen den Geruchssinn auch an der Nase herum. Zum Beispiel Christos verpackter Blumenstrauß. Von der Form her sieht er eher aus wie ein riesiger Schinken. Hinter der Folie aber scheinen Plastikblumen hindurch. Kunst- und Kulturstiftung Opel Villen, Rüsselsheim Pressestelle - Foto: © Christo
Die Fantasiewelt von Ernesto Ventós kennt keine Grenzen. Er gibt Rätsel auf, und setzt Assoziationen des Betrachters frei. Das funktioniert. Einziges Bindeglied zwischen allen Arbeiten ist der Gedanke an den Duft.Ernesto Neto: "Algo existe entre nós dois", 2000. Styroporkugeln, Lycra-Tüll, Schaum und Styroporplatten (60 x 95 x 35 cm). Kunst- und Kulturstiftung Opel Villen, Rüsselsheim Pressestelle - © Ernesto Neto, Courtesy Galeria Elba Benitez, Madrid
Humor muss man mitbringen. Carlos Pazos kombiniert ausgetrunkene mexikanische Bierflaschen mit Raumspray und alten Teppichbodenresten. Dazu ein ausgestopftes Huhn. Wie das wohl riecht? Kunst- und Kulturstiftung Opel Villen, Rüsselsheim Pressestelle - Courtesy of the artist and ADN Galeria
Fazit: Die rund 50 ausgewählten Werke der Sammlung von Ernesto Ventós zeigen einen unterhaltsamen und vielschichtigen Einblick in zeitgenössische Positionen. Kunst zu „erschnüffeln“ erweitert die Sinne und so ist die Ausstellung „Duft der Bilder“ wieder ein Beispiel dafür, dass sich die Opelvillen nicht als sterilen Ausstellungsort, sondern als „Kunstvermittler“ für alle Altersstufen verstehen.Alfredo Pirri, o.T., 2005 Aluminium, Epoxidharz, Marmorstaub und Acryllack, 60 x 126 x 20 cm Kunst- und Kulturstiftung Opel Villen, Rüsselsheim Pressestelle - © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Kuratorin Dr. Beate Kemfert vor „Composite Photo of Two Messies on my Studio Floor”. Die Künstler Jonathan Monk und David Shrigley haben sich von Farbtöpfen auf dem Fußboden anregen lassen. Das Ergebnis sieht aus wie eine Blumenwiese. Riechtest ausdrücklich erwünscht!„Der Duft der Bilder. Werke der colección olorVISUAL, Barcelona”. 19. September 2018 bis 6. Januar 2019 in den Opelvillen, Rüsselsheim. SWR - Foto: Natali Kurth
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