Größte Ausstellung über das mykenische Griechenland

Größte Ausstellung über das mykenische Griechenland

Heinrich Schliemann (Foto: © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck)
Gleich zu Beginn der Ausstellung sieht man Heinrich Schliemann auf einem vergrößerten, historischen Foto mit Tropenhelm auf dem griechischen Grabungsfeld. Beflügelt vom Erfolg in Troja, hatte er sich um Grabungsrechte in Mykene bemüht. © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
Und tatsächlich entdeckte Schliemann 1876 fünf Gräber voller wertvoller Grabbeigaben samt einer Goldmaske, die Schliemann - fälschlicherweise, aber sehr werbewirksam - sofort zur Totenmaske Agamemnons deklarierte. Das Original ist jetzt in der Karlsruher Ausstellung zu sehen.Goldmaske aus Schachtgrab V, 16. Jh. v. Chr., Mykene, Grabfund, Archäologisches Nationalmuseum Athen, Hellenic Ministry of Culture and Sports Pressestelle © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
Doch schnell war klar, dass sich diese Objekte nicht in bisher bekannte archäologische Fund-Zusammenhänge einordnen ließen. Man hatte es offensichtlich mit einer Kultur zu tun, von deren Existenz niemand etwas geahnt hatte und die ab dem 16. Jahrhundert vor Christus in Mittelgriechenland und auf der Peloponnes wie aus dem Nichts entstanden ist.Kyklopenmauer und Nachpalastzeit, 12. Jh. v. Chr. Pressestelle © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
Die Karlsruher Ausstellungskuratorin Katarina Horst: „Die Sachen, die man aus der Vorzeit kennt, sind einfach Keramiken, einfaches bäuerliches Leben – und auf einmal erscheint dann in sehr kurzer Zeit eine sehr weit ausgereifte Gesellschaft mit wunderbaren Objekten, die uns zeigt, dass die Menschen weit fortgeschritten waren in ihrer kulturellen Entwicklung.“15. Jh. v. Chr., Pylos, Grabfund aus dem Grab des Greifenkriegers, Archäologisches Museums Messeniens, Kalamata, Hellenic Ministry of Culture and Sports Pressestelle © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
Wunderbar gearbeitete Ketten und Ringe aus Gold, filigrane Zierkämme aus Elfenbein, feine Keramiken und aufwendig verzierte Waffen bezeugen das. Teilweise stammen sie aus ganz neuen Grabungen und werden zum allerersten Mal öffentlich gezeigt.Goldene Halskette mit Perlen aus Achat und Glaspaste, 15. Jh. v. Chr., Pylos, Grabfund aus dem Grab des Greifenkriegers, Archäologisches Museum Messeniens, Kalamata, Hellenic Ministry of Culture and Sports Pressestelle © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
In der Ausstellung des Badischen Landesmuseums erfährt man außerdem viel über die weitverzweigten Handelsbeziehungen der mykenischen Kultur bis nach Syrien und Ägypten und über die besondere Beziehung zu den großen Vorbildern, den Minoern auf Kreta.Rinderfigur, 14. Jh. v. Chr., Archäologisches Museum Volos, Hellenic Ministry of Culture and Sports Pressestelle © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
Nach Mykene entdeckte man weitere, große Palastanlagen, wie Tiryns und Pylos. Die Paläste waren, wenn auch nicht gleich, so doch ähnlich aufgebaut.Nachbau eines mykenischen Thronsaals Pressestelle © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
Im Badischen Landesmuseum hat man einen Thronraum 1:1 nachgebildet, mit aufwendigen, farbigen Malereien.Fußbodenfragment aus dem Palast von Tiryns, 13. Jh. v. Chr., Tiryns, Palast, Hellenic Ministry of Culture and Sports Pressestelle © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
Originalfragmente aus dem Thronraum von Pylos, die einen Greif und einen Löwen zeigen, werden hier – zum allerersten Mal präsentiert.13. Jh. v. Chr., Pylos, Plast des Nestor, Archäologisches Museum Chora, Hellenic Ministry of Culture and Sports Pressestelle © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
Kuratorin Katarina Horst: „Die Ausstellung war jetzt die Gelegenheit, diese Stücke ordentlich zu rekonstruieren und zu konservieren und in einen schönen Rahmen zu setzen, so dass sie für die Zukunft gut aufbewahrt sind.“Funde aus königlichen Tholosgräbern 16.-15. Jh. v. Chr. Pressestelle © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
Die griechischen Partner freuten sich, mangels eigener Gelder, über diese Aufarbeitung, so die Kuratorin. Überhaupt ist die Ausstellung in enger Zusammenarbeit mit den griechischen Museen und Denkmalämtern entstanden.Männerkopf aus Elfenbein, 13. Jh. v. Chr., Mykene, Kultzentrum, Archäologisches Museum Mykene, Hellenic Ministry of Culture and Sports Pressestelle © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
Die Schau endet mit der Frage, warum die so hochentwickelte mykenische Kultur nach nur etwa 400 Jahren plötzlich unterging. Ausstellungskuratorin Katarina Horst: „Die Paläste sind praktisch gleichzeitig abgebrannt, um 1200 v. Chr. – wir wissen aber nicht genau, wie es zu diesem Untergang gekommen ist.“Freskofragment mit Darstellung der sogenannten Weißen Göttin aus dem Palast von Pylos, 13. Jh. v. Chr., Archäologisches Museum Chora, Hellenic Ministry of Culture and Sports Pressestelle © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
Waren es interne Machtkämpfe, Aufstände der ausgebeuteten Bevölkerung, Überfälle von Piraten – oder doch ein Erdbeben? Auf Tablets können sich die Besucher die verschiedenen Szenarien erläutern lassen.Originalgetreuer Gipsabguss des Löwentors, Amsterstam, Allard Pierson Universität Pressestelle © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
Im letzten Ausstellungsraum können sich Besucher schließlich mit der Frage beschäftigen, was wohl von unserer Kultur überliefert werden wird, falls jemand sie - wie damals Schliemann Mykene - nach etwa 3.000 Jahren ausgraben sollte.Prunkkrone, 16.–15. Jh. v. Chr., Myrsinochori, Routsi, Grabfund, Archäologisches Museum Chora, Hellenic Ministry of Culture and Sports Pressestelle © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
Askos-Gefäß in Form eines Vogels, Spätes 12. Jh. v. Chr., Agia Triada, Grabfund, Archäologisches Museum Pyrgos, Hellenic Ministry of Culture and Sports Pressestelle © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
Eberzahnhelm aus einem Grab der Kladeos-Nekropole bei Olympia, 14. Jh. v. Chr., Archäologisches Museum Pyrgos Hellenic Ministry of Culture and Sports Pressestelle © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
Objekte der Schachtgräberzeit um 16. Jh. v. Chr. Pressestelle © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
Figur einer Schlange aus Ton, 13. Jh. v. Chr., Mykene, Kultzentrum, Archäologisches Museum Mykene, Hellenic Ministry of Culture and Sports Pressestelle © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
Ritualgefäß, 15. Jh. v. Chr., Archäologisches Museum Chora, Hellenic Ministry of Culture and Sports Pressestelle © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
Fleischgrill aus Ton, 13. Jh. v. Chr., Mykene, Umkreis des Kultzentrums, Archäologisches Museum Mykene, Hellenic Ministry of Culture and Sports Pressestelle © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
Kanne aus einem Kriegergrab, 15. Jh. v. Chr., Archäologisches Museum Volos, Hellenic Ministry of Culture and Sports Pressestelle © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
Vitrine mit Geschirr und Ernährung, 13. Jh. v. Chr. Pressestelle © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
Jagdfresko aus Pylos und Geschirr aus Mykene, 13. Jh. v. Chr. Pressestelle © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
Keramiken der Nachpalastzeit, 12. Jh. v. Chr. Pressestelle © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
Mykenische Grabsitten, 13.-12. Jh. v. Chr. Pressestelle © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
Idole aus der Palastzeit, 14.-13. Jh. v. Chr. Pressestelle © Badisches Landesmuseum - Foto: Uli Deck
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