Ausstellung Das Gesicht als Bühne: „Face it!“ im Kunstmuseum Ravensburg

Das Gesicht als Bühne zu zeigen, als Träger von Rollen, Selbstentwürfen und Konventionen: Das ist die Idee der Ausstellung „Face it! Im Selbstgespräch mit dem Anderen“ im Kunstmuseum Ravensburg.

Ausstellung „Face it! Im Selbstgespräch mit dem Anderen“ im Kunstmuseum Ravensburg

Ausstellungsansicht (Foto: Kunstmuseum Ravensburg - Foto: Wynrich Zlomke)
Das Gesicht sei wie eine Bühne, sagt Ute Stuffer über das Konzept der Ausstellung „Face it! Im Selbstgespräch mit dem Anderen“. Emotionen würden im Gesicht ebenso sichtbar wie Rollen, Selbstentwürfe und gesellschaftliche Konventionen, so die Direktorin des Kunstmuseums Ravensburg und Ausstellungskuratorin. Kunstmuseum Ravensburg - Foto: Wynrich Zlomke Bild in Detailansicht öffnen
Der Prolog der Ausstellung soll die Entdeckung des Gesichts schildern, wie es durch Erkennen zum öffentlichen, durch Berührung zum intimen Gesicht wird.Auf dem Bild: Bjørn Melhus, Das Zauberglas (The Magic Class), 1991 (Still), Video. Kunstmuseum Ravensburg - Foto: Bjørn Melhus / VG Bild-Kunst, Bonn 2019 Bild in Detailansicht öffnen
Wie Menschen ihr Gesicht zu einer Bühne machen, zeigt der zweite Teil der Ausstellung über das „expressive Mienenspiel“ sowie „Spiegelungen und Doppelgänger“. So zeige Cindy Sherman in ihrer Kunst die Künstlichkeit des Lachens in der Maskerade des Clowns.Auf dem Bild: Cindy Sherman, Ohne Titel #196, 1989, Color coupler print in artist ́s frame. 170,2 x 111,8 cm, Sammlung Viehof. Kunstmuseum Ravensburg - Foto: Cindy Sherman, Courtesy of the artist, Sprüth Magers and Metro Pictures, New York Bild in Detailansicht öffnen
Eine karikaturhafte Überzeichnung des Gesichtsausdrucks zeigt ebenso das monumentale und farbintensive Bild von Karel Appel „De grote Grimlach“ (links). Kunstmuseum Ravensburg - Foto: Wynrich Zlomke // WYKE.ONE Bild in Detailansicht öffnen
Wie ist es, trotz aller Expressivität, um die Einzigartigkeit des Gesichtes bestellt? Zeigt sich nicht auch in expressiven Merkmalen, scheinbar individuellen Ausprägungen, das Typische, das Verwechselbare? Für eine Fotoserie hat der Künstler Udo Rondinone seinen eigenen Kopf auf den Körper von Models montiert. Kunstmuseum Ravensburg - Bild in Detailansicht öffnen
Überschrieben ist der dritte Teil der Ausstellung deshalb mit dem Titel „Jenseits stereotyper Rollenbilder“. Wann und weshalb zeigt ein Gesicht tatsächlich eine individuelle Ausprägung? Erkenntnishafte Bedeutung gewinnt dabei auch der direkte Blickkontakt, wie in Alexej von Jawlenkys Porträt.Auf dem Bild: Alexej von Jawlensky, Spanisches Mädchen, 1912. Öl auf Karton, 70 x 50 cm, Sammlung Selinka. Kunstmuseum Ravensburg - Foto: Thomas Weiss, Ravensburg Bild in Detailansicht öffnen
Im direkten Blickkontakt wird das Individuelle sichtbar, zeigt sich das Einzigartige hinter oder jenseits einer Rollenerwartung wie in den Foto-Porträts von Nan Goldin.Auf dem Bild: Nan Goldin „Jimmy Paulette and Taboo! In the Bathroom“, 1991. C Print, 40 × 60 cm, Sammlung Wemhöner. Kunstmuseum Ravensburg - Foto: Nan Goldin Bild in Detailansicht öffnen
In der vierten Abteilung der Ausstellung geht es um Momente, in denen das Gesicht entgleitet, individuelle Züge verliert. Zu sehen sind in dem Teil „Privatim: Schlaf – Ekstase – Tod“ unter anderem Bilder von Aura Rosenberg von Gesichtern während des Liebesakts.Auf dem Bild: Aura Rosenberg, Head Shots (JB), 1991-1996, 41 x 31 cm, Silbergelatine-Druck. Kunstmuseum Ravensburg - Foto: Courtesy der Künstler und Martos Gallery, New York Bild in Detailansicht öffnen
Es ist mehr als eine Trivialität, dass die Auseinandersetzung mit dem Gesicht ihrerseits ein Gesicht erfordert, mit dem man der Ausstellung begegnet. Mit welchen Gesichtern reagieren Besucher auf die Gesichtern, die ihnen begegnen? Um diese Auseinandersetzung gehe es, so die Kuratorin Ute Stuffer. Kunstmuseum Ravensburg - Bild in Detailansicht öffnen
Dauer

Ausstellung „Face it! Im Selbstgespräch mit dem Anderen“, vom 29. Juni bis zum 29. September 2019 im Kunstmuseum Ravensburg.

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