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Von Sebastian Barth

Lady Gagas Glitzergitarre kommt aus Deidesheim in der Pfalz. Hier baut Jens Ritter seit Jahren die Instrumente für die ganz Großen der Musikszene. Nicht nur die Technik ist herausragend, auch das Design ist außergewöhnlich. Die klangvollen Kunstwerke schafften es bis ins Metropolitan Museum of Arts in New York.

Jens Ritter hat sich sein ganzes Leben lang für Kunst interessiert. Die Instrumente, die er baut, haben selbst etwas von Kunstobjekten. Es sind großzügig geschwungene Formen - wie zum Beispiel auch der E-Bass, den sich der Bassist Phil Lesh von „Grateful Dead“ 2009 von Jens Ritter bauen ließ.

Durchbruch dank Jimmy Fallon

Ein Fernsehauftritt von Lesh in Jimmy Fallons beliebter Late-Night-Talkshow „The Tonight Show“ verhalf den Instrumenten von Jens Ritter zu außergewöhnlicher Bekanntheit. „Der Kameramann war relativ nah am Kopf, und dann konnte man den Namen Ritter lesen. In dieser Woche hatten wir über eine Million Klicks auf der Webseite“, erinnert sich Jens Ritter.

dfsdf"Prince war mein stärkstes Zugpferd"

Seinen ersten Bass baute Jens Ritter 1996. Davor hatte er für sich selbst alte, defekte Geräte repariert, weil er sich keine neuen Instrumente leisten konnte. Seine ersten beiden eigenen Instrumente brachte er zum Chefredakteur der Fachzeitschrift „Gitarre & Bass“.

Der mehrseitige Testbericht, der dieser daraufhin über die Instrumente schrieb, begann mit den Worten: „Plötzlich steht ein junger Mann vor meiner Tür und möchte mir weismachen, das wären seine ersten Instrumente … Ich glaube ihm kein Wort.“

Danach trudelten die ersten Aufträge ein. Anfangs fertigte Ritter nur ein Dutzend Instrumente im Jahr an. Unter seinen Käufer waren immer prominentere Namen. „Prince war natürlich mein stärkstes Zugpferd“, sagt Ritter.

Inspirationsquellen in der Kunst

Seine Gitarren entwickelt er nicht am Reißbrett. Bevor ein Entwurf entsteht, brütet er jedes einzelne Konzept Wochen und Monate in seinem Kopf aus.

Die Ideen für die ungewöhnlichen Formen seiner Instrumente findet er in seiner Umgebung. „Ich reise sehr gerne und sehr viel, und ansonsten liebe ich Kunst, Museen, Galerien, das ist natürlich eine sehr große Inspirationsquelle.“

Vom Instrumentenbauer zum Skulpturenkünstler

Jens Ritter verkauft mittlerweile mehr Instrumente an Kunstsammler als an Musiker. Heute stellt er auch reine Skulpturen her – Objekte aus Holz, die in der Form an Gitarren erinnern. Es sind keine Gitarren, die man spielen kann. Es geht um den optischen Eindruck: „Der Betrachter soll sich Gedanken machen, was die Gitarre symbolisiert, was sie in den letzten Jahrzehnten kulturell bewegt, was sie ausgelöst hat, was die Aufgabe war der Gitarre.“

Jens Ritter will weitere und andere Kunstprojekte schaffen – seine Leidenschaft für den Instrumentenbau will er aber auch behalten. „Durch jedes Instrument, das ich herstelle, durch jedes Kunstwerk, entwickle ich mich. Ich weiß dann immer konkreter, wo ich hinmöchte, wer ich wirklich bin.“

TV-Porträt von Jens Ritter im SWR Fernsehen

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