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Von Marie-Dominique Wetzel

„Eine Skulptur ist etwas, das atmet und Luft braucht zum Atmen. Der Raum, der sie umgibt, gehört ihr“ sagte einst der große französische Bildhauer Henri Laurens. In den neuen Sonderausstellungsräumen der Kunsthalle Mannheim bekommen seine Skulpturen nun einen würdigen Raum, stehen aber dichtgedrängt. Anhand von rund 60 Arbeiten zeichnet die Ausstellung „Henri Laurens – Wellentöchter“ das Lebenswerk des Bildhauers nach, von den kubistischen Anfängen bis zum reifen Spätwerk.

Kunsthalle Mannheim Ausstellung "Henri Laurens - Wellentöchter"

Henri Laurens - Wellentöchter 2 (Foto: SWR, SWR - Foto: Marie-Dominique Wetzel)
Was für ein kühnes Unterfangen. Auf einer weißen Grundfläche stapeln sich kleinere und größere geometrische Formen so übereinander, dass man das Gefühl hat, gleich fiele alles auseinander. Tatsächlich sieht es so aus, als ob diese Figur gerade am Ausbalancieren ist und dabei noch mit Kegeln jongliert, die um sie herum zu fliegen scheinen. „Der Clown“ eröffnet die Mannheimer Henri Laurens-Ausstellung.Auf dem Bild: Henri Laurens, Der Clown, 1915. Holz, bemalt, 51,50 x 29,50 x 22,50 cm. SWR - Foto: Marie-Dominique Wetzel Bild in Detailansicht öffnen
Ein frühes Meisterwerk, erklärt die Direktorin der Kunsthalle Mannheim, Ulrike Lorenz: „Wir verstehen den Clown auch als Hauptwerk in dieser Ausstellung. Es ist reiner Kubismus, wunderbar, dennoch figurativ geprägt - und auch psychologisch: Es ist ein melancholischer Clown, der dennoch abstrakt bleibt.“ SWR - Foto: Marie-Dominique Wetzel Bild in Detailansicht öffnen
Der zweite Raum der Ausstellung ist dem Atelier des Künstlers gewidmet. An einem Tisch können Besucher Platz nehmen und - aus ungewohnter Perspektive Skulpturen anschauen, die dort aufgestellt sind. Schwarzweiß-Fotografien ringsum an den Wänden zeigen die Arbeitsumgebung auf dem Pariser Montmartre. SWR - Foto: Marie-Dominique Wetzel Bild in Detailansicht öffnen
In der Mitte ragt eine monumentale Bronze-Plastik hervor „Der Abschied“, eine komplett in sich verschlungene menschliche Figur, die einen enorme physische Präsenz hat. Die Figur von 1941 zeigt bereits, was das Spätwerk des Künstlers ausmacht, das im letzten Ausstellungssaal zu sehen ist. SWR - Foto: Marie-Dominique Wetzel Bild in Detailansicht öffnen
In diesem dritten und letzten Raum der Ausstellung stehen die Werke dicht gedrängt, fast wie in einer Ateliersituation und von außen nach innen scheinen sich die kleineren Werke hin zu den größten in der Mitte fast wie eine Welle aufzutürmen. SWR - Foto: Marie-Dominique Wetzel Bild in Detailansicht öffnen

"Henri Laurens. Wellentöchter" in der Kunsthalle Mannheim, 1. März bis 16. Juni 2019.

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