SWR2 Forum Die angepassten Expressionisten - Wie "braun" waren die "Brücke"-Maler?

Es diskutieren:
Till Briegleb, Kunstkritiker und Publizist, Berlin
Prof. Dr. Aya Soika, Kunsthistorikerin, Bard College Berlin und Kuratorin
Prof. Dr. Christoph Zuschlag, Kunsthistoriker, Uni Bonn
Gesprächsleitung: Michael Köhler

Dauer

Nicht nur der beliebte deutsche Maler Emil Nolde war ein glühender Antisemit. Auch Maler-Kollegen wie Max Pechstein oder Erich Heckel verhielten sich politisch angepasst und selbstverleugnend. Lange hatte sich der Mythos gehalten, die "Brücke"-Künstler seien Opfer der NS-Kulturpolitik, weil sie bei der NS-Wanderausstellung "Entartete Kunst" vertreten waren. Diese Legende beenden nun zwei aktuelle Berliner Ausstellungen. Sie fragen, ob die expressionistische Künstlervereinigung "Brücke" womöglich Teil der nationalsozialistischen Bewegung war und daher mehr als nur ein unpolitischer Farbrausch? Wie verstrickt waren die Künstler in die NS-Zeit? Passen ästhetische Moderne und Nationalsozialismus zusammen? Und reicht es - wie die Kanzlerin es tat - die Bilder von Nolde und Kollegen jetzt abzuhängen?

Ausstellungen zur Sendung:
Emil Nolde - Eine deutsche Legende. Der Künstler im Nationalsozialismus, bis 15. September 2019, Hamburger Bahnhof, Berlin
Flucht in die Bilder? Die Künstler der Brücke im Nationalsozialismus, bis 11. August 2019, Brücke-Museum, Berlin

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