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Wie Donald Duck auf einem schlechten Acid-Trip: An solche Szenarien erinnern die Installationen des US-amerikanischen Künstlers Richard Jackson. Fünf seiner insgesamt zwölf Rauminstallationen sind ab dem 6. Februar in der Kunsthalle Schirn in Frankfurt im Rahmen der Ausstellung „Unexpected, Unexplained, Unaccepted“ zu sehen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
8:07 Uhr
Sender
SWR2

„Richard Jackson. Unexpected Unexplained Unaccepted” in der Schirn Kunsthalle Frankfurt

“Richard Jackson. Unexpected Unexplained Unaccepted” in der Schirn Kunsthalle Frankfurt (Foto: Schirn Kunsthalle Frankfurt / Joshua White)
Auf den ersten Blick ist es eine quietschbunte, lustige Disneyworld mit überlebensgroßen Duck-Figuren, bespritzt mit Farbe. Sie gruppieren sich rund um einen vieleckigen Globus aus dem winzige Bohrtürme und Eiffeltürme wachsen. Schirn Kunsthalle Frankfurt / Joshua White Bild in Detailansicht öffnen
Doch der Schein trügt - die Enten tragen Stahlhelm und Uniform, haben hervorquellende Brüste als Augen und im Innern des Kubus vollziehen zwei Enten einen nicht wirklich erotischen Maschinenakt. Was so lebendig daher kommt, ist in Wirklichkeit eine tote, erstarrte Welt. Die Installation „The War Room“ hat Richard Jackson 2006 erschaffen. Seitdem lässt er ihn immer wieder von Mitarbeitern aufbauen. Schirn Kunsthalle Frankfurt / Joshua White Bild in Detailansicht öffnen
In Jacksons Kunst geht um politische Konstellationen, Ressourcen und Machtverhältnisse auf der Welt, aber auch um Sex und Voyeurismus. Schirn Kunsthalle Frankfurt / Richard Jackson / Marianne le Metayer Bild in Detailansicht öffnen
Jackson greift auf Motive der amerikanischen Populärkultur zurück und bindet gleichzeitig wissenschaftliche Erkenntnisse aus den Bereichen Geographie, Medizin und Politik ein. „Ein komplexes Werk“, so Kurator Matthias Ulrich. Schirn Kunsthalle Frankfurt / Guillaume Grasset Bild in Detailansicht öffnen
Die Erweiterung der Malerei in den Raum hinein ist das zentrale Thema von Richard Jackson. Pate stand dabei der amerikanische Kunstdiskurs der 1960er Jahre mit seinem abstrakten Expressionismus und konzeptuell geprägter Minimal Art. Gleichzeitig spielt Marcel Duchamp mit seiner Aufnahme trivialer Alltagsgegenstände in die Kunst eine wichtige Rolle in Jacksons Kunst. Schirn Kunsthalle Frankfurt / Guillaume Grasset Bild in Detailansicht öffnen
Alle fünf in Frankfurt gezeigten Räume von Richard Jackson geben Einblick in surreale Welten, in denen sich aber auch die Nähe zum Alltäglichen finden lässt. „Delivery Room“ etwa zeigt eine verstörende Geburtsszene im Kreißsaal mit Puppenteilen, einer Gebärenden und einem Arzt – alles in einem wilden Farbenmeer. Ein Mann filmt das brutale Geschehen von Außen, der Betrachter sieht es nur auf einem Monitor oder durch ein winziges Guckloch. Schirn Kunsthalle Frankfurt Bild in Detailansicht öffnen
Im chaotischen „Dining Room“ dreht sich der Familienvater mit heruntergelassener Hose auf dem Tisch vor seinen Kindern. Richard Jackson erzählt viele Geschichten, die Deutung überlässt er uns Betrachtern. Sicher ist, der erste Eindruck trügt immer und die von Comic, Pop Art und Action Painting bestimmten Werke sind amerikanische Alpträume. Schirn Kunsthalle Frankfurt / Guillaume Grasset Bild in Detailansicht öffnen

Richard Jackson. Unexpected, Unexplained, Unaccepted. Schirn Kunsthalle Frankfurt, vom 6.2.-3.5.

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