Gespräch

Alarmierende Bilder - Reiner Voß fotografiert die Dürre in der Pfalz

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Astrid Tauch

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Ohne Wasser gibt es kein Leben

„Das Schlimme daran ist, dass die Leute nicht begreifen: Gas werden wir irgendwann ersetzen, aber wenn man in der Evolution eines nicht ersetzen kann, dann ist das Wasser“, sagt der Fotograf Reiner Voß von der Kaiserslauterner Agentur View.

„Ohne Wasser gibt es kein Leben. Dass wir heute einen blauen Planeten haben, liegt daran, dass es Sauerstoff und Wasser gibt. Wenn wir kein Wasser mehr kriegen von oben oder auch unsere Grundwasserpegel aufbrauchen, haben wir ein Riesenproblem“, führt Voß aus und macht deutlich, dass viele Wasserreserven bereits aufgebraucht seien und es massive Dürreschäden gibt.

Fotos aus der Westpfalz von Reiner Voß:

Auf dem ausgetrockeneten Boden bilden sich durch Dürre und Hitze tiefe Risse. (Foto: Reiner Voß)
Auf dem ausgetrockeneten und verhärtete Boden bilden sich durch Dürre und Hitze tiefe Risse. Regen fließt teilweise oberirdisch ab und kann nicht ausreichend eindringen. Reiner Voß Bild in Detailansicht öffnen
In dem ausgetrockneten Bachbett ist auch der Lebensraum von Insekten, Krebstieren, Amphibien und Kleinstlebewesen zerstört. Reiner Voß Bild in Detailansicht öffnen
Die abgestorbenen Bäume sind immer noch wichtige Schattenspende für neue Bäume, die unter ihnen keimen. Voß Bild in Detailansicht öffnen
Dürre und Hitze setzen dem beliebten Stausee Gelterswoog bei Kaiserslautern zu. Jedes Jahr sinkt der Wasserstand weiter. Voß Bild in Detailansicht öffnen
Junge Bäume sind durch Dürre und Hitze besonders gefährdet. Hier ein abgestorbener Baum in Baalborn im Kreis Kaiserslautern. Voß Bild in Detailansicht öffnen
Wie überall in Rheinland-Pfalz sterben in Schwedelbach in der Westpfalz die Fichten aufgrund von Hitze und Trockenheit. Voß Bild in Detailansicht öffnen
Viele Bäche drohen in diesem heißen Sommer komplett auszutrockenen, wie dieser Bach bei Kirchheimbolanden. 1 Bild in Detailansicht öffnen

Der Klimawandel ist ein viel größeres Problem als das Corona-Virus

Mittlerweile hat der Fotograf schon eine Sammlung aus über 500 Fotos zusammengestellt, die die gravierenden Folgen des Klimawandels in der Pfalz dokumentieren.

„In 2020, als wir mitten in der Coronapandemie waren, habe ich die ersten Bilder gemacht von diesen aufgerissenen Böden. Ich habe eine Weile gezögert, ob ich diese Bilder überhaupt zeigen kann und dann beschlossen, dass wir das Virus irgendwann hinter uns bekommen, aber dass der Klimawandel unser viel größeres Problem ist“, erklärt Voß überzeugend und appelliert an die Politik, aber auch an jeden einzelnen, sein Handeln zu überdenken.

TV-Beitrag aus der SWR Fernsehen Sendung "Natürlich" (Mai 2022):

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