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Welche Rolle spielen Künstlerinnen in der Konkreten Kunst? Und was zeichnet ihren Zugang zu dieser Kunstrichtung aus? Die Ausstellung „Zwischen System & Intuition — Konkrete Künstlerinnen“ im Kunstmuseum Stuttgart geht diesen Fragen als erste in Deutschland auf den Grund.

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Interdisziplinärer Ansatz bringt Kunst in den Alltag

Kissen, Kleider und Lampenschirme: Für ihre textilen Arbeiten wählten die Künstlerinnen Sophie Taeuber-Arp und Sonia Delaunay einen dezidiert interdisziplinären Ansatz. Deshalb — und wegen ihrer Formensprache — gelten beide als Pionierinnen der abstrakten, konkreten Kunst.

„Was sie entwickelt haben an Formengut“, hätten sie, so Kuratorin Eva Froitzheim, „nicht auf ein Medium spezialisiert, sondern das wirklich in die Welt und in das Leben der Menschen hineingebracht.“

Konkrete Künstlerinnen (Foto: Pressestelle, Philipp Schönborn München - VG Bild-Kunst, Bonn 2021)
Aurelie Nemours: Les trois peronnages 1952. Pressestelle Philipp Schönborn München - VG Bild-Kunst, Bonn 2021 Bild in Detailansicht öffnen
Lily Greenham: Losanges et carrés en movement, 1966. Pressestelle Foto: Belvedere, Wien; Johannes Stoll Bild in Detailansicht öffnen
Mary Vieira: spannung und ausdehnung, 1952–53. Pressestelle Isisuf. Istituto Internazionale di Studi sul Futurismo – Archivio Belloli-Vieira Bild in Detailansicht öffnen
Sophie Taeuber-Arp: Kette und Armband, 1920er-Jahre. Pressestelle Foto: Mick Vincenz -VG Bild-Kunst, Bonn 2021 Bild in Detailansicht öffnen
Verena Loewensberg: Ohne Titel, 1965. Pressestelle Foto: Andreas Bestle Bild in Detailansicht öffnen
Katarzyna Kobro: Rzezba abstrakcyjna (3), 1924, Rekonstruktion 1976. Pressestelle Ewa Sapka Pawliczak and Muzeum Sztuki, Łódź Bild in Detailansicht öffnen
Clara Friedrich-Jezler: Ohne Titel, 1948. Pressestelle SIK-ISEA, Zürich (Jean-Pierre Kuhn) Bild in Detailansicht öffnen
Sonia Delaunay: Rythme-coleur, 1959/60. Pressestelle Foto: © Private Archives - Pracusa Artisticas SA Bild in Detailansicht öffnen
Geneviève Claisse: Relief cercle vert, 1970. Pressestelle Foto: Franz Wamhof - © VG Bild-Kunst, Bonn 2021 Bild in Detailansicht öffnen
Marcelle Cahn: Femme et Voillier, 1926–27. Pressestelle Foto: Musées de Strasbourg, A. Plisson Bild in Detailansicht öffnen

Verbindungen nach Stuttgart

In Sonia Delaunays äußerst erfolgreichem Pariser Kaufhaus kauften ab 1921 auch die modebewussten Stuttgarterinnen beim Auslandsbesuch ein — Willy Baumeisters Frau etwa lässt sich mit dem in Paris erstandenen Kleid vor der Weißenhofsiedlung fotografieren.

Das Aufspüren und Erzählen solcher bisher wenig bekannter Details, ist für die Kuratorin Eva Froitzheim ein wichtiger Teil der Ausstellung: Mit ihnen lässt sich immer wieder der Bogen der Konkreten Künstlerinnen zu Stuttgart schlagen.

Charlotte Posenenske, die bei Baumeister ihre Ausbildung gemacht hatte, entwarf eine faszinierende Skulptur, die wie ein Lüftungssystem aussieht. Ihr Konzept dazu: genau vorgegebene, rechteckige Module, die vom „Konsument“ ganz nach Belieben zusammengebaut werden können.

Charlotte Posenenske: Vierkantrohre Serie D, 19672021. Feuerverzinktes Stahlblech, Maße variabel (Foto: Pressestelle, Kunstmuseum Stuttgart)
Charlotte Posenenske: Vierkantrohre Serie D, 1967/2021. Pressestelle Kunstmuseum Stuttgart

Die Ausstellung „Zwischen System & Intuition — Konkrete Künstlerinnen“ im Kunstmuseum Stuttgart läuft vom 26. Juni bis voraussichtlich 17. Oktober 2021.

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