SWR2 Forum Diktatur des Rechtecks? Das Bauhaus feiert 100-jähriges Jubiläum

Es diskutieren:
Prof. Dr. Gerda Breuer, Design- und Kunsthistorikerin, Aachen
Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann, wiss. Beirat "Bauhaus im Westen", Universität Düsseldorf
Prof. Dr. Wulf Herzogenrath, Direktor der Sektion "Bildende Kunst" der Akademie der Künste Berlin
Gesprächsleitung: Michael Köhler

Dauer

Walter Gropius gründete im Jahr 1919 die avantgardistische Kunstschule "Bauhaus" in Weimar. Er gewann berühmte Künstler wie Wassily Kandinsky, Paul Klee oder Lyonel Feininger als lehrende "Meister". Sie wollten nach dem Ersten Weltkrieg durch neues Bauen, Malen, Tanzen, Arbeiten und Zusammenleben den "neuen Menschen" formen. Deshalb ging das Design über längst legendäre Sessel, Tische, Lampen und Häuser hinaus: Es erfasste den ganzen Menschen, die gesamte Gesellschaft.

Doch die "Diktatur des Rechtecks" und ihr kühler Minimalismus gefielen nicht jedem. Kritiker monierten: Bauhaus ist, wenn die Häuserecken aus Glas sind, die Dächer flach, die Wände kahl und die Sessel aus Stahlrohr. Wie demokratisch, wie rational und wie rigoros war diese Moderne? Was bleibt vom Bauhaus und seiner Glaubensschule nach hundert Jahren?

Bücher zur Sendung:
Gertrude Cepl-Kaufmann: 1919 - Zeit der Utopien., 2018 transcript verlag, EUR 39,99
Wulf Herzogenrath: Das bauhaus gibt es nicht, Alexander Verlag 2019, EUR 22,-

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