Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen Kunsthistorikerin zu „Javagold“: „Inakzeptabel, so etwas hier auszustellen“

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12:33 Uhr
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SWR2

Die Ausstellung „Javagold – Pracht und Schönheit Indonesiens“ in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim gerät noch vor ihrer Eröffnung am kommenden Wochenende in die Kritik. „Wenn man eine Ausstellung mit Objekten aus einer Privatsammlung macht, deren Herkunft und deren legale Einfuhr in Deutschland nicht nachgewiesen ist, dann ist das eine schlimme Sache“, sagte Wibke Lobo, ehemalige Leiterin der Abteilung Süd- und Südostasien am ethnologischen Museum Berlin, im Kulturradio SWR2.

Bei Artefakten aus Indonesien, deren Herkunft nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden kann, sei stark davon auszugehen, dass diese Gegenstände aus einem „illegalen Kontext“ stammen. „So etwas hier auszustellen, ist völlig unakzeptabel“, so Wibke Lobo.

Die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim zeigen in der Ausstellung „Javagold“ ab kommendem Sonntag rund 400 Schmuck- und Kultgegenstände aus Indonesien. Ein Großteil der Goldobjekte, so das Museum, seien erstmals öffentlich zu sehen. Sie stammen aus einer Privatsammlung.

Reiss-Engelhorn-Museen Alfried Wieczorek: Erwerb aller Exponate von „Javagold“ dokumentiert

Alfried Wieczorek, Generaldirektor Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen weist Vorwürfe zurück, bei der Ausstellung „Javagold – Pracht und Schönheit Indonesiens“ würden Exponate gezeigt, deren Herkunft nicht zweifelsfrei nachgewiesen sei. „Zu jedem einzelnen Stück, das wir präsentieren, sind die Unterlagen zum Erwerb vorgelegt worden. Diese Unterlagen stammen aus Ankäufen und Auktionen in den USA, in Asien und in Europa und sind mit den entsprechenden Anforderungen an den Herkunftsnachweis gebunden.“ Weiter betonte Wieczorek im Gespräch mit SWR2, es gäbe keine Rückforderungen vonseiten Indonesiens, darüber hinaus errichte der Leihgeber „Golden Lotus Foundation“ zurzeit zwei Museen auf der indonesischen Insel Bali und in Singapur. „Die Sammlungsstücke werden also nicht wieder in den Verkauf gegeben, sondern in den Ursprungsländern in diesen Museen präsentiert und sie bleiben auch dort.“ Die Exponate seien also dem Handel entzogen. Dennoch räumte Wieczorek ein, dass es schwierig sei, die die direkten Umstände der Objekt-Auffindung in jedem Fall zu klären: „Man muss mit einer ungeklärten Herkunft insofern leben.“
Die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim zeigen in der Ausstellung „Javagold“ ab kommendem Sonntag rund 400 Schmuck- und Kultgegenstände aus Indonesien. Ein Großteil der Goldobjekte, so das Museum, seien erstmals öffentlich zu sehen. Sie stammen aus einer Privatsammlung.  mehr...

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