Fotos von Luigi Toscano in UN-Hauptquartier in New York (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa - William Volcov)

Luigi Toscanos Ausstellung "Gegen das Vergessen" bei den UN New York feiert Fotos von KZ-Überlebenden

Der Fotograf Luigi Toscano aus Mannheim sorgt mit Bildern von Überlebenden des Holocaust weltweit für Aufsehen. 200 Menschen hat er in verschiedenen Ländern getroffen und fotografiert. Daraus wurde ein großes Projekt mit dem Titel "Gegen das Vergessen". 2014 hingen seine Porträts in Mannheim an der Feuerwache. Seit dem 22. Januar hängen sie vor und in der UNO in New York.

Ein Teil der eineinhalb mal ein Meter großen Fotos hängt am Zaun vor dem UN-Gebäude an der 1st Avenue, ein anderer Teil im Gebäude. Wo wirken die Bilder mehr?

Fotos von Luigi Toscano vor dem UN-Hauptquartier in New York (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa - Kathy Willens)
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"Ich glaube im Freien", antwortet Luigi Toscano. "Nachdem ich aufgebaut hatte, kamen UN-Mitarbeiter auf mich zu und haben mir erzählt: Es ist nicht normal, dass ein New Yorker die Straßenseite wechselt!"

"Am Anfang hatte ich es schwer."

Luigi Toscano erzählt auch vom Beginn seines Projekts. "Am Anfang hatte ich es schwer. Wahrscheinlich hatte ich mein Konzept auch nicht gut dargestellt. Später kam ich über Organisationen und Opferverbände mit Überlebenden in Kontakt. Dann habe ich das Projekt weiterverfolgt, weil es sich herumgesprochen hatte. Überlebende aus der ganzen Welt haben versucht, mich zu erreichen und wollten an diesem Projekt teilnehmen."

Luigi Toscano und sein Team (Foto: Luigi Toscano privat -)
Luigi Toscano (2.v.l.) und sein Team: Katharina von Münster, Stefanie Horn, Holger Jan Lehmann und Christoph Bühler. Luigi Toscano privat -

Über 200 KZ-Überlebende getroffen

Mit jedem Foto sind auch lange Gespräche verbunden, erzählt Luigi Toscano weiter. "Ich habe über 200 Protagonisten getroffen. Es gab dann einen Punkt, an dem ich nicht mehr weiter konnte, weil ich nicht wusste, wie man das Ganze verarbeitet. Aber ich habe dann einen Weg gefunden, damit umzugehen. Letztendlich bin ich dafür dankbar.

Für die kommenden Ausstellung in Washington konnte ich kürzlich noch Porträts machen. Auch von Rita. Um ihr die Nervosität zu nehmen, habe ich sie angelächelt. Und sie hat zurückgelächelt und gesagt: 'Luigi, ich lächle, ich lächle, denn ich habe überlebt!' Das war sehr bewegend."

Video: Porträt des Fotografen Toscano im TV-Magazin "Kunscht!" (Juni 2017)

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