Kunst Kunstpreis Robert Schuman 2019 an Thibaud Schneider aus Metz

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12:33 Uhr
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SWR2

Der Künstler Thibaud Schneider aus Metz in Frankreich ist mit dem Kunstpreis Robert Schuman 2019 ausgezeichnet worden. Der Preis wird alle zwei Jahre von den Städten Luxemburg, Metz, Saarbrücken und Trier verliehen. Die Werke der 16 Finalist*innen sind zurzeit in einer Aussstellung in der Villa Vauban und Cercle Cité in Luxemburg Stadt zu sehen.

Zwei rätselhafte Installationen des Preisträgers

Die Schau wird von Installationen dominiert. Video, Plastiken, Malerei und Grafik sind rar. Leider gefallen sich viele dieser Installationen im lästigen Gestus des Didaktischen. Sie wollen den Betrachter belehren, aufklären, verstören.

Eine Ausnahme bilden da die beiden Raumkompositionen des diesjährigen Preisträgers Thibaud Schneider aus Metz. Der gerade einmal 24-jährige Künstler zeigt zwei rätselhafte Installationen: Einmal ein Paravent aus Holz mit gipsverklebten Stoffüberwurf der von einem antiken Speer durchbohrt wird.

Ausstellung von Thibaud Schneider zum Robert-Schuman-Kunstpreis (Foto: Les 2 Musées de la Ville de Luxembourg / Thibaud Schneider)
Installation des Robert-Schuman-Kunstpreisträgers Thibaud Schneider in der Villa Vauban, Luxemburg. Les 2 Musées de la Ville de Luxembourg / Thibaud Schneider

Preisträger Thibaud Schneider spielt mit der Kunstgeschichte

Eine zweite Installation zeigt einen leeren Bilderrahmen, der, auf einen Holzbock schräg aufgenagelt, wie hypnotisiert auf ein Original-Gemälde von Eugene Delacroix aus dem Bestand der Villa Vauban starrt.

Ausstellung von Thibaud Schneider zum Robert-Schuman-Kunstpreis (Foto: Les 2 Musées de la Ville de Luxembourg / Thibaud Schneider)
Installationen des Robert-Schuman-Kunstpreisträgers Thibaud Schneider in der Villa Vauban, Luxemburg. Les 2 Musées de la Ville de Luxembourg / Thibaud Schneider

Der Dialog zwischen einem Klassiker - Delacroix - und der zeitgenössischen Kunst, die Frage eines jungen Künstlers 2019, wie man als zeitgenössischer Künstler etwas umsetzen kann, das in Zusammenhang mit der Kunst des 19. Jahrhunderts steht, das Spiel mit Kunstgeschichte - das waren die Punkte, die bei der Jury gut angekommen sind.

Profil des Robert-Schuman-Preises sollte überdacht werden

Der Robert-Schuman-Preis wurde 1991 vom politischen Katheder her angeordnet und organisiert. Einerseits löblich, andererseits passt sein Profil in einigen Punkten nicht wirklich zur kulturellen und künstlerischen Realität. Er bildet die Szene ungenau ab, er schafft entgegen seiner Grundintention keine nachhaltigen kulturellen Kontakte zwischen den Regionen Metz, Luxembourg, Saarbrücken und Trier. Nach fast 30 Jahren Robert Schuman Preis gibt es unter den Künstlern der Großregion immer noch keinen Austausch oder das Gefühl einer Gemeinschaft.

Der Robert Schuman Preis sollte in einigen Punkten neu angedacht und aufgestellt werden. Die teilweise ästhetische Dürftigkeit der diesjährigen Schau wäre dazu ein guter Anlass.

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