Kunstgeschichte Hans Baldung Griens Weihnachtsmotive: zutiefst Menschliches im Göttlichen zeigen

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6:00 Uhr
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SWR2

Unzählige Male wurde die Weihnachtsgeschichte in der Kunst dargestellt. Auf Gemälden, in Zeichnungen in Kirchenfenstern erstarren Christus, die Jungfrau Maria und die Heiligen Drei Könige dabei allzu oft in kunsthistorischen Konventionen. Anders bei Hans Baldung Grien.

Weihnachtsmotive bei Hans Baldung Grien

Grien, Ruhe auf der Flucht (Foto: picture-alliance / Reportdienste, akg-images)
Hans Baldung Grien, Ruhe auf der Flucht (Ausschnitt): Der Künstler entschied sich bewusst für eine natürliche Darstellung der heiligen Familie. akg-images Bild in Detailansicht öffnen
Ein Grien-Motiv auf einer Weihnachtspostkarte von 1985: Das Christuskind als strahlend-weiße Lichtquelle wirkt in seiner Hilflosigkeit menschlich. Imago Schöning Bild in Detailansicht öffnen
Das Dach löchrig, der Putz bröckelt: Grien malt die heilige Familie in einer denkbar ärmlichen Situation. akg-images Bild in Detailansicht öffnen

In seinen Weihnachtsdarstellungen hat der ungewöhnliche Renaissance-Künstler sich nicht damit begnügt, Figuren ausdrucksstark zu gestalten. „Hans Baldung Grien ist ein Erneuerer der christlichen Ikonografie“, sagt Holger Jacob-Friesen, der Kurator der aktuellen Grien-Ausstellung in der Kunsthalle Karlsruhe: Die unkonventionellen Darstellungen Griens entlockten den biblischen Szenen eine zutiefst menschliche Ebene, die seiner Zeit voraus war.

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