Zum Geburtstag des Künstlers und Grafikers Klaus Staeck wird 80

Der Wahl-Heidelberger Kunst- und Politaktivist Klaus Staeck ist am 28. Februar 80 Jahre alt geworden. Kein Grund für ihn, kürzer zu treten - noch immer will er mit seiner Kunst aufrütteln, provozieren, "Sand ins Getriebe" schütten - sei es bei bundesdeutschen oder weltpolitischen Missständen. Dabei ist er kein Radikaler, sondern bekennender Demokrat.

Die Verteidigung des öffentlichen Raums

Neun Jahre lang war der studierte Jurist Präsident der Berliner Akademie der Künste. Sein wichtigstes Ziel: Die Verteidigung des öffentlichen Raums. Dort spielt sich die lebendige Demokratie ab, und dort gehört seiner Meinung nach auch die Kunst hin - an die breite Öffentlichkeit.

Kein Wunder, dass das Plakat sein bevorzugtes Medium wurde. Für ihn ist es die demokratischste Kunst - erschwinglich und in hohen Auflagen. Zu seinen Lieblingsmotiven gehören neben der Bild-Zeitung Politiker von CDU und CSU.

Literaturwissenschaftler Jochen Hörisch: Staeck trifft ins Schwarze

Der Mannheimer Literatur- und Medienwissenschaftler Jochen Hörisch ist mit Staeck persönlich befreundet. Sein künstlerisches Werk sei bemerkenswert. Seine berühmten Plakate bildeten nicht einfach Stimmungen ab. Sie zielten direkt auf die Paradoxien unseres Lebens.

"Es sind die Leute, die Demokratie gestalten"

SWR-Moderator Denis Scheck hat Klaus Staeck kurz vor seinem 80. Geburtstag auf der Kunstmesse art KARLSRUHE getroffen. Staeck, der auch SPD-Mitglied ist, sprach über die Aufgabe der Kunst in hochpolitischen Zeiten und über seine Aversion gegen das "Weiter so", das immer Stillstand bedeute.

Nachdem er 1956 aus der DDR in die Bundesrepublik geflüchtet war, wollte er sich für die Demokratie engagieren. "Ich wollte auch Verantwortung übernehmen. Es sind die Leute, die Demokratie gestalten. Trump ist gewählt worden, nicht durch einen Putsch an die Macht gekommen. Wer mal die Unfreiheit in der Jugend so erlebt hat wie ich, der schätzt die Freiheit ganz anders ein."

SWR2 Zeitgenossen-Gespräch von 2015

Klaus Staeck übernahm 2006 Klaus Staeck das Präsidentenamt der Berliner Akademie der Künste, als die rund 400 Akademie-Mitglieder untereinander zerstritten waren. Zum Ende seiner Amtszeit 2015 blickte Klaus Staeck im SWR2-Gespräch zurück.

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