Architektur Fantastische Weiße Stadt: Max-Liebling-Haus Tel Aviv erinnert an Bauhaus-Erbe

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6:00 Uhr
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SWR2

Über 3.000 Häuser im Bauhaus-Stil sind in Tel Aviv zu finden. “Der beste Ort, wenn man neues Bauen oder frühe Moderne kennenlernen will“, nennt die Mainzer Architektur-Historikerin Regina Stephan die Stadt. Das nach dem damaligen Bauherrn benannte „Max-Liebling-Haus“, das diese Woche eröffnet wird, soll vor allem die aktuellen Bewohnerinnen und Bewohner für das Besondere ihrer Immobilien sensibilisieren und bei deren Sanierung helfen.

Bildergalerie Bauhaus-Gebäude in Tel Aviv

Bauhaus in Tel Aviv (Foto: dpa - Robert B. Fishman)
Gebaut wurden diese Häuser von Flüchtlingen - und von Architekten, die oft in Osteuropa studiert hatten, aber von den Ideen des Bauhauses begeistert waren. Und natürlich von jenen deutschen Juden, die sich retten konnten. dpa - Robert B. Fishman Bild in Detailansicht öffnen
Modernes Bauen, das war in der Phase vor Gründung des Staates Israel vor allem die Errichtung von gebrauchsfreundlichem Wohnraum. Meist haben die Gebäude, dem Klima entsprechend, einen auf Pfeilern ruhenden, schattigen Eingangsbereich - wie das Hotel Cinema auf diesem Bild.  Und natürlich gibt es berühmte, luxuriös ausgestattete Gebäude. Aber eigentlich gibt es keine wirklichen Häuser-Ikonen des „Internationalen Stils“ in Tel Aviv – was zählt, ist das Stadt-Ensemble, eine Idee von Offenheit und neuer Gemeinschaft. dpa - Hanan Isachar Bild in Detailansicht öffnen
Aber das sind die Probleme von heute – die Marktwirtschaft triumphiert. Das alte Tel Aviv, die weiße Stadt, die kann jeder entdecken - zum Beispiel am Dizengoff-Platz… imago - Westend Bild in Detailansicht öffnen

Das „White City Center“ im Liebling-Haus wolle das gemeinsame Erbe pflegen und weiter entwickeln, denn, so Stephan: „Wir erleben hier die ganze Geschichte der Deutschen jüdischen Glaubens, die in den 1930er Jahren hier eingezogen sind“.

Zum 100.Geburtstag des Bauhauses eröffnet am Donnerstag das „White City Center“. Das Zentrum für Denkmalschutz und Architektur wurde von der Bundesrepublik mit drei Millionen Euro unterstützt. Der Stadtkern von Tel Aviv zählt seit dem Jahr 2003 wegen seiner Bauhaus-Architektur zum Unesco-Weltkulturerbe.

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