Ausstellung Der Lichtkünstler Daniel Hausig: „Dynamic light“ in Waldenbuch

Ausstellung Der Lichtkünstler Daniel Hausig: „Dynamic light“ in Waldenbuch

Dynamic Light, Ausstellung von Lichtkünstler Daniel Hausig im Museum Ritter, Waldenbuch (Foto: VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Daniel Hausig)
Große Installationen wie das Wetterleuchten oder Schwimmreifen in Neon-Gelb und -Pink im Foyer des Museums stimmen den Besucher ein. Die Installationen sind von innen beleuchtet und fungieren als Lichtleiter. Bei Daniel Hausig kommt die Farbe seiner Kunst nicht aus der Tube, sondern aus der Steckdose. - Auf dem Bild: Wetterleuchten, 2019. VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Daniel Hausig
Ein weiteres Beispiel: Die raumfüllende Licht-Sound-Installation „Pool“ von 2007, eine virtuelle Wasseroberfläche aus 24 lasergravierten Glasplatten mit digitalen LEDs. Letztere erinnern an Solarmodule, bei denen das Geräusch eines Wassertropfens programmierte Lichtsequenzen auslöst. Daniel Hausig: „Es gibt eine Grundbewegung in diesem Glaslichtfeld. Dann erklingt ein Tropfen, der von Wassertropfen stammt und verursacht eine Störung im Feld. Dann kommt eine leichte schwarze Wolke rein. Es ist eine Art virtuelle Bewegung eines Wassertropfens im Bild, aber in sehr abstrakter Form.“ VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Daniel Hausig
Es ist ein irritierendes Spiel mit der Wahrnehmung, die Technik dahinter ist computergesteuert und äußerst komplex. - Auf dem Bild: Seitenlicht VI, 2017 (Museum Ritter, 2019). VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Daniel Hausig
Seit über 30 Jahren ist Daniel Hausig von Licht als künstlerischem Ausdrucksmittel fasziniert: „Licht ist so raumgreifend wie Klang. Wenn wir in Licht eintauchen, ist es wie eine Sphäre, in die wir eintauchen und dann darin sind.” - Auf dem Bild: Seitenlicht VI, 2017. Tobias Ignée
Daniel Hausig: „Man kann in einzelne Farbräume einsteigen. Das finde ich besonders interessant. Im Verhältnis zum Bild, das zweidimensional an der Wand hängt, ist Licht immer ein dreidimensionales Medium.“ - Auf dem Bild: Aus der Serie: Unterwegssein, 2015. Tobias Ignée
Für den gebürtigen Kreuzlinger, der eine Professur für Licht und Intermedia an der Hochschule der Bildenden Kunst Saar in Saarbrücken innehat, sind Licht und Farbe außerdem Forschungsobjekt: „Wir kennen zum Beispiel Lichtkunstwerke durch Illumination”, so Daniel Hausig. „Das sind Gebäude oder Brücken oder Objekte, die angestrahlt werden.” - Auf dem Bild: Aus der Serie: Unterwegssein, 2015. Tobias Ignée
In Bezug auf Objekte, die aus sich selbst heraus leuchten, spreche man von Lumineszenz, so Daniel Hausig. „Damit habe ich mich besonders beschäftigt: mit Stoffen, die durch Anregung von Strom Licht emittieren.“ - Auf dem Bild: Leuchtband, 1998 - Elektrolumineszenz-Siebdruck, Elektronikkoffer, Fotografien aus der Werkgruppe Personal Light. Tobias Ignee
Ein immer wiederkehrendes Objekt: Ein handelsüblicher LED-Schlauch. Abgerollt von einem Gartenschlauchwagen im Vordergrund schlängelt er sich über eine ganze Wand im Museum wie die Heizungsspiralen eines Kühlschrankes. Zum Betrachter hin leuchtet er grell und weiß, zur Wand hin wechselt er die Farbe. „Seitenlicht“, so der Titel dieser „Mehrkanal-LED-Lichtinstallation“. VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Daniel Hausig
An anderer Stelle wird der Lichtschlauch zum Motiv. Etwa bei den Fotoarbeiten des Künstlers, die er Leuchtkästen nennt: Groß-Dias auf Bildschirmen, die an sich unspektakuläre Hinterhöfe und Gärten in der Abenddämmerung oder nachts zeigen. Bevor Hausig auf den Auslöser drückt, drapiert er die Szenen mit seinem Licht-Schlauch. Das kalte LED-Licht lässt die Pflanzen plastisch in einem unnatürlichen Grün erscheinen. - Auf dem Bild: Paradiese, 2016/18. VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Daniel Hausig
Das Kunstlicht der LEDs verfehlt seine Wirkung nicht. Den persönlichen Geschmack des Lichtkünstlers trifft es dagegen weniger: „Wir bringen diese Art von Licht in hohem Maße überall ein. Nachtaktive Tiere dagegen, Insekten zum Beispiel, macht es krank. Im Sinne der Biodiversität ist es also ein schädliches Licht.“ - Auf dem Bild: Aus der Serie: Unterwegssein, 2015. Tobias Ignée
So lässt sich die Lichtkunst von Daniel Hausig am Ende auch als Kritik am technischen Fortschritt und als Mahnung interpretieren. Im Ausstellungsraum des Museum Ritter gibt es allerdings nichts zu befürchten. Solange niemand das Licht ausschaltet. - Auf dem Bild: Aus der Serie: Unterwegssein, 2015. Tobias Ignée

Ausstellung des Schweizer Lichtkünstlers Daniel Hausig im Museum Ritter, Waldenbuch

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