Ausstellung „Die Sammlung 3: Werben und Verkaufen“ im Technoseum Mannheim

Ausstellung „Die Sammlung 3: Werben und Verkaufen“ im Technoseum Mannheim

Die Sammlung 3: Werben und Verkaufen - im Mannheimer Technoseum (Foto: SWR, Eberhard Reuß)
Es ist unfassbar, was das Mannheimer Technoseum da alles zusammengetragen hat: 506 Dosen, 475 Figuren, 312 Stofftiere. Und das, was Pressesprecherin Marit Teerling da auflistet, ist gerade mal die Hälfte der Exponate zur Geschichte von „Werben und Verkaufen“. Eberhard Reuß
Das HB-Männchen ist da, der Bärenmarke-Bär in Lebensgröße, dazu ein halbes Dutzend lila Plüschkühe beim Almauftrieb in Mannheim - und auch Lurchi mit seinen Freunden samt Gummibesohlung. Eberhard Reuß
Das Mannheimer Technoseum, im Untertitel bekanntlich immer noch das Landesmuseum für Technik und Arbeit, lädt noch einmal zum Rendezvous unterm Nierentisch. Und Kurator Thomas Kosche (Bild) erklärt warum: „Wir haben eigentlich sehr früh angefangen, uns auch als sozial- und wirtschaftshistorisches Museum zu verstehen, und haben entsprechend sehr früh angefangen, auch Werbeartikel, Plakate, Emaille-Schilder zu sammeln.“ So habe man 2011 eine große Sammlung mit 6.000 Werbeartikeln übernommen. Der Sammler war Manager im Kaufhof „und saß an der Quelle.“ Eberhard Reuß
Der ehemalige Manager heißt Ehrhard Reissenweber und erinnert sich gut an seine Sammlung: „Im Keller war alles bis zur Decke gestapelt. Das kann man gar nicht beschreiben. Man kam auch an die Vorräte nicht mehr ran.“ Auch Ehefrau Ursula Reissenweber kann mittlerweile wieder lächeln. Der Krempel, pardon, die Sammlung ist im Technoseum gelandet. Und fein säuberlich geordnet in Vitrinen und Gestellen hinter Plexiglas zu bestaunen. Eberhard Reuß
Über Psychologie und Werbestrategien ließe sich zweifellos eine eigene Ausstellung machen. Das wolle das Technoseum aber nicht. In den Sammlungsausstellungen gehe es dem Haus um die Präsentation seiner Sammlungstätigkeit, so Kurator Thomas Kosche. TECHNOSEUM, Klaus Luginsland
Genauer hinschauen lohnt sich für den Ausstellungsbesucher dann doch. Wenn zwischen all den werblichen Gimmicks, Giveaways, Hustenpastillen und sonstigen Werbegeschenken plötzlich ein Thermometer mit dem Logo des Bayer-Konzerns hängt. Verziert mit einer schmucken, blonden Dame im Dirndl mit Strohhut und prall gefülltem Obst- und Gemüsekorb. Versehen mit der Werbebotschaft „Mit E605 zu gesunden vollen Ernten“. Ach, das gute Pflanzengift E605, bewährtes Hausmittel für Gattenmörderinnen. Kein Wunder, dass sich Bayer Monsanto heutzutage angelacht hat? Eberhard Reuß
In einer Ecke findet sich auch eine Art von Giftschrank für „fragwürdige Werbeträger“. Unter der Schlagzeile „Geht nicht mehr“ steht dort auch der Sarotti-Mohr – und Thomas Kosche erklärt warum. „Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion müssen wir das sogar zeigen. Es sind Zeitdokumente. So war der Zeitgeist, und für uns ist es deshalb etwas, was diesen Zeitgeist dokumentiert.“ picture-alliance / Reportdienste - Foto: Uwe Anspach
Erinnerung an die Schlecker-Frauen Eberhard Reuß
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