Luigi Colani mit neuentwickelten Autos 2006 bei einer Ausstellung in einem Autohaus. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Waltraud Grubitzsch)

Design Von der Natur lernen: Zum Tod des Designers Luigi Colani

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
12:33 Uhr
Sender
SWR2

Der Designer Luigi Colani stehe in der großen Tradition der Künstler, die „von der Natur lernen“ wollten, so der Leiter des Vitra Design Museums, Mateo Kries, zum Tod des 91-jährigen, der in Karlsruhe nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben ist.

Ansätze für die klassischen Designformen Colanis ließen sich bis Leonardo da Vinci oder den amerikanischen Konstrukteur Richard Buckminster Fuller zurückverfolgen. „In diese Tradition der biomorphen Gestalter hat er sich eingereiht“, so Mateo Kries in SWR2.

Mateo Kries, Direktor des Vitra Design Museums (Foto: Vitra Design Museum - Bettina Matthiessen)
Der Leiter des Vitra Design Museums, Mateo Kries Vitra Design Museum - Bettina Matthiessen

Neben seinen erfolgreichen Designs für Automobile, Kameras, Fernseher, Möbel und Kugelschreiber sei Colani aber oft mit seinem Ansatz auch gescheitert. „Wenn er einen Klavierflügel so gestaltet, dass er aussieht wie ein riesiger Rochen, oder ein Bierglas, als ob es unter Hitzeeinwirkung geschmolzen sei, muss man sich fragen, ob ein Bierglas oder ein Flügel wirklich so aussehen müssen. Ich glaube es nicht.“

Colani habe versucht, seine Formvorstellungen allen Gegenständen „aufzustülpen“. In vielen Fällen habe das aber auch zu Fortschritten geführt. So habe Colani in den 60er und 70er Jahre großartige Kindermöbel entworfen, „die heute noch Klassiker des Möbeldesigns sind“.

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