Ausstellung „schweigen“: Konkrete Poesie von Eugen Gomringer in den Opelvillen Rüsselsheim

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Dauer
Sendedatum
Sendezeit
12:33 Uhr
Sender
SWR2

Die Konkrete Poesie von Eugen Gomringer ist ein Reizthema, seit die Berliner Alice-Salomon-Hochschule sein Gedicht „Avenidas“ von ihrer Fassade tilgte. Inzwischen prangen die Zeilen über Alleen, Blumen und Frauen, zu denen sich ein Bewunderer gesellt in Leuchtschrift an den Wänden eines anderen Berliner Gebäudes. Jenseits solcher Aufregung erklärt die Ausstellung „Konkrete Poesie / poesia concreta – Eugen Gomringer, Augusto de Campos und Freunde“ in den Opelvillen Rüsselsheim die eigentliche Theorie hinter der Konkreten Kunst.

Ausstellung „schweigen“: Konkrete Poesie von Eugen Gomringer und Augusto de Campos in den Opelvillen Rüsselsheim

Haroldo de Campos, nasce morre, 1958 (Foto: Opelvillen Rüsselsheim / Haroldo de Campos)
Haroldo de Campos, nasce morre, 1958 Opelvillen Rüsselsheim / Haroldo de Campos Bild in Detailansicht öffnen
Eugen Gomringer, wind, 1952 Opelvillen Rüsselsheim Bild in Detailansicht öffnen
Eugen Gomringer, ping pong, 1952 Opelvillen Rüsselsheim / Eugen Gomringer Bild in Detailansicht öffnen
Eugen Gomringer, avenidas, 1952 Opelvillen Rüsselsheim / Eugen Gomringer Bild in Detailansicht öffnen
Eugen Gomringer, schweigen, 1952 Opelvillen Rüsselsheim / Eugen Gomringer Bild in Detailansicht öffnen
Augusto de Campos, sem um numero, 1957 Opelvillen Rüsselsheim / Augusto de Campos Bild in Detailansicht öffnen
Augusto de Campos, eis os amantes [Hier sind Liebende], 1959 Opelvillen Rüsselsheim / Augusto de Campos Bild in Detailansicht öffnen
Augusto de Campos, pluvial fluvial, 1959 Opelvillen Rüsselsheim / Augusto de Campos Bild in Detailansicht öffnen

Der Titel der „Konkreten Poesie“ stammt von den Poeten Eugen Gomringer und Décio Pignatari. Die Ausstellung zeigt sogar den Tisch aus der Mensa in Ulm, an dem die beiden 1955 beschlossen, ihre avantgardistischen Versuche „Konkrete Poesie“ zu nennen.

Eugen Gomringer: Wortbilder als „Konstellationen“

Bis heute dichtet der 94-jährige Gomringer mit der Schreibmaschine. Seine Gedichte sind sogenannte Wort-Bilder, eine feste Form aus Buchstaben, die der in Bolivien geborene und in der Schweiz aufgewachsene Eugen Gomringer „Konstellationen“ nennt.

„schweigen“ heißt ein bekanntes Werk von 1952, das auch in der Rüsselsheimer Ausstellung zu finden ist. Kein Gedicht über einen realen Gegenstand, sondern ein Stück Sprachstruktur, das auf den interessanten, oft überraschenden Bezug zwischen Sachverhalt und Sprachverhalt hinweist.

„Konkrete Poesie / poesia concreta – Eugen Gomringer, Augusto de Campos und Freunde“. Ausstellung in den Opelvillen Rüsselsheim, vom 25. September 2019 bis zum 12. Januar 2020.

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