Reiss-Engelhorn-Museen „Javagold“: Objekte der Mannheimer Ausstellung „rechtmäßig erworben“

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6:00 Uhr
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SWR2

Wilfried Rosendahl, Direktor der Reiss-Engelhorn-Museen, hat Kritik an der Ausstellung „Javagold – Pracht und Schönheit Indonesiens“ zurückgewiesen. Bei einer Pressekonferenz zur Eröffnung der Ausstellung am 11. September richtete er sich gegen den Vorwurf, dass die Herkunft der Objekte unklar sei: „Wir haben uns mehrfach schriftlich bestätigen lassen, dass die Objekte rechtmäßig auf Auktionen in den USA, Europa und Asien erworben worden sind“, betonte er.

Rosendahl bezog sich auf SWR2, das über Zweifel an der Transparenz der Herkunft der Exponate berichtet hatte. In einem SWR2-Interview hatte außerdem Wibke Lobo, ehemalige Leiterin der Abteilung Süd- und Südostasien am ethnologischen Museum Berlin, Kritik geübt. Bei Artefakten aus Indonesien, deren Herkunft nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden könne, sei generell stark davon auszugehen, dass diese Gegenstände aus einem „illegalen Kontext“ stammen, so Lobo.

„Idealvorstellung“, die Geschichte jedes Objekts rekonstruieren zu können

Demgegenüber erklärte REM-Direktor Wilfried Rosendahl, es sei eine Idealvorstellung, die Geschichte jedes historischen Objektes lückenlos rekonstruieren zu können. „Wir wissen nicht, ob eine Kette im 17. Jahrhundert zufällig gefunden worden ist oder ob es Plünderungen gab“. Es sei aber das Anliegen der Wissenschaftler, die Provenienz der Gegenstände möglichst gut aufzuarbeiten. „Dabei helfen uns auch öffentliche Präsentationen und Digitalisierung“, erklärte er. So könnten sich Menschen aus aller Welt die Objekte ansehen und Hinweise liefern.

Alfried Wieczorek: Erwerb aller Exponate dokumentiert

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18:40 Uhr
Sender
SWR2

Keine indonesischen Rückforderungen zu Exponaten

In SWR2 hatte auch REM-Direktor Alfried Wieczorek zur Herkunft der „Javagold“-Exponate Stellung bezogen. Es gebe keine Rückforderungen von seiten Indonesiens. Zudem errichte der Leihgeber „Golden Lotus Foundation“ zur Zeit zwei Museen auf der indonesischen Insel Bali und in Singapur.

„Die Sammlungsstücke werden also nicht wieder in den Verkauf gegeben, sondern in den Ursprungsländern in diesen Museen präsentiert, und sie bleiben auch dort“. Die Exponate seien folglich dem Handel entzogen, so Wieczorek.

„Java Gold. Pracht und Schönheit Indonesiens“. Ausstellung in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen vom 15. September 2019 bis zum 13. April 2020.

Reiss-Engelhorn-Museen Alfried Wieczorek: Erwerb aller Exponate von „Javagold“ dokumentiert

Alfried Wieczorek, Generaldirektor Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen weist Vorwürfe zurück, bei der Ausstellung „Javagold – Pracht und Schönheit Indonesiens“ würden Exponate gezeigt, deren Herkunft nicht zweifelsfrei nachgewiesen sei. „Zu jedem einzelnen Stück, das wir präsentieren, sind die Unterlagen zum Erwerb vorgelegt worden. Diese Unterlagen stammen aus Ankäufen und Auktionen in den USA, in Asien und in Europa und sind mit den entsprechenden Anforderungen an den Herkunftsnachweis gebunden.“ Weiter betonte Wieczorek im Gespräch mit SWR2, es gäbe keine Rückforderungen vonseiten Indonesiens, darüber hinaus errichte der Leihgeber „Golden Lotus Foundation“ zurzeit zwei Museen auf der indonesischen Insel Bali und in Singapur. „Die Sammlungsstücke werden also nicht wieder in den Verkauf gegeben, sondern in den Ursprungsländern in diesen Museen präsentiert und sie bleiben auch dort.“ Die Exponate seien also dem Handel entzogen. Dennoch räumte Wieczorek ein, dass es schwierig sei, die die direkten Umstände der Objekt-Auffindung in jedem Fall zu klären: „Man muss mit einer ungeklärten Herkunft insofern leben.“
Die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim zeigen in der Ausstellung „Javagold“ ab kommendem Sonntag rund 400 Schmuck- und Kultgegenstände aus Indonesien. Ein Großteil der Goldobjekte, so das Museum, seien erstmals öffentlich zu sehen. Sie stammen aus einer Privatsammlung.  mehr...

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