Ausstellung Pfälzische Künstler und ihre Einflüsse: Die Ausstellung Purrmann & Co in Kaiserslautern

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18:40 Uhr
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SWR2

Die Pfalzgalerie Kaiserslautern präsentiert eine Auswahl von Arbeiten pfälzischer Künstler aus ihrem Depot, die anhand markanter Beispiele den Aufbruch in die Moderne verdeutlichen. Zu sehen sind unter anderem Bilder von Hans Purrmann, Ludwig Waldschmidt, Hermann Croissant und Albert Weisgerber.

Ausstellung „Purrmann, Waldschmidt & Co.“ im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (Foto: mpk / Gunther Balzer / Erbengemeinschaft nach Dr. Robert Purrmann / VG Bild-Kunst, Bonn 2019)
Hans Purrmann, Kresse-Still-Leben mit Muscheln, 1923/1961, Öl auf Holz, 99 x 121 cm, Gemäldesammlung mpk mpk / Gunther Balzer / Erbengemeinschaft nach Dr. Robert Purrmann / VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Pfälzische Kiefern mit südländischem Flair

Landschaften, Stillleben und Porträts von acht Pfälzer Künstlern sind zu sehen. Manche wirken impressionistisch sanft, andere tragen bereits deutliche expressionistische Züge. Die Kuratorin Annette Reich hat die Bilder absichtlich nicht nach Künstlernamen getrennt gruppiert, sondern nach ähnlichen Motiven. Damit zeigt sie schon mit der Hängung, dass die Maler sich kannten und in vielen Fällen sogar gegenseitig beeinflusst haben. 

Die Bilder verraten zum Teil, wo die Künstler auf ihren Studienreisen waren, aber sie belegen auch ihre intensive Nähe zur Landschaft ihrer pfälzischen Heimat. Besonders deutlich ist das in den Kiefernstudien von Ludwig Waldschmidt zu sehen.

Ausstellung „Purrmann, Waldschmidt & Co.“ im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (Foto: Gunther Balzer / mpk)
Ludwig Waldschmidt, Landschaft mit Kiefern, 1927, Öl auf Leinwand, 66 x 76 cm, Gemäldesammlung mpk Gunther Balzer / mpk

„Er hat zum Beispiel die heimischen Kiefernwälder gemalt und in Druckgraphik dargestellt, fast abstrakt“, erzählt Kuratorin Annette Reich, „also eine sehr moderne Auffassung von Wald, von Natur. Man schaut darauf und sagt, das sieht sehr südländisch aus, ist aber um Kaiserslautern.“

Die Hintergrundinformationen liefert die Ausstellung in begleitenden kurzen Texten. Die Bezüge erschließen sich oft aber auch allein dadurch, dass man zusammenhängende Bilder nebeneinander studieren kann.

Viele Bilder üben einen Sog aus

Die Ausstellung in der Pfalzgalerie ist ungewöhnlich. Dank der durchdachten und klug konzipierten Hängung üben viele Bilder geradezu einen Sog aus und verführen dazu, genaue Vergleiche anzustellen. Auf diese Weise gerät der Besucher in Bewegung, möchte die Position ändern oder zu einem Bild zurückkommen, um es noch einmal aus neuem Blickwickel anzuschauen.

Ausstellung „Purrmann, Waldschmidt & Co.“ im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (Foto: Gunther Balzer / mpk)
Hermann Croissant, Frau des Künstlers (Ursula) mit Kopfputz, 1923, Öl auf Leinwand, 89,5 x 59 cm, Gemäldesammlung mpk Gunther Balzer / mpk

Eine gelungene Präsentation, die beweist, wie lebendig alte Bilder wirken können, die jahrzehntelang im Depot standen. 

Purrmann, Waldschmidt & Co, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern, 20. November 2019 - 23. Februar 2020.

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