Ausstellung Schädelbohrer und Blasenschnitte: Kulturgeschichte des Heilens in Speyer

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Dauer
Sendedatum
Sendezeit
22:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Das historische Museum der Pfalz in Speyer begibt sich mit der Medicus-Schau auf eine Kulturgeschichte durch 3000 Jahre des Heilens und zeigt die komplexe und faszinierende Entwicklung des medizinischen Fortschritts!

Knochensägen, Schädelbohrer, Harnwegssonden und Zahnbrechgeräte

Wer die Medicus-Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz besucht, hat endlich Grund, sich über ein Leben im 21. Jahrhundert zu freuen! Nein, ernsthaft vor die Wahl gestellt, sich entweder einem Medicus früherer Jahrhunderte anzuvertrauen oder einem Arzt der Gegenwart, würde sicher niemand lange zögern, der die Inventarien des Schreckens besichtigt hat, die in Speyer jetzt zu sehen sind: die Knochensägen, Schädelbohrer, Harnwegssonden und Zahnbrechgeräte.

Ausstellung „Medicus - Die Macht des Wissens“ im Historischen Museum der Pfalz Speyer

Medicus – Die Macht des Wissens im Historischen Museum der Pfalz, Speyer (Foto: Leihgeber: Stefan Heyde, Foto: Historisches Museum der Pfalz, Carolin Breckle)
Solche mittelalterlichen medizinischen und chirurgischen Instrumente zeigt die Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz Speyer. Leihgeber: Stefan Heyde, Foto: Historisches Museum der Pfalz, Carolin Breckle Bild in Detailansicht öffnen
Solche, wie sie auch in der Verfilmung des Erfolgsromans „Der Medicus“ zu sehen waren. Leihgeber: Stefan Heyde, Foto: Historisches Museum der Pfalz, Carolin Breckle Bild in Detailansicht öffnen
Diese Anhänger sind Amulette, die Unheil und Krankheit abwehren sollten. "Fica", Zahnbeißer, Stundenglas, "Blutstein"/Hämatit, Eberzahn, um 1500 bis 17. Jahrhundert. Historisches Museum der Pfalz, Carolin Breckle, Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum Bild in Detailansicht öffnen
Zahnarztwerkzeug im Mittelalter: Kariöse Backenzähne und eine Löffelsonde, aus dem frühen 12. Jahrhundert oder 10./11. Jahrhundert Stadt Höxter, Stadtarchäologie, Foto: Historisches Museum der Pfalz, Carolin Breckle Bild in Detailansicht öffnen
Das Grabinventar einer römischen Ärztin, Heidelberg/Neuenheim, 100-150 n. Chr. Knut Gattner, Kurpfälzisches Museum der Stadt Heidelberg Bild in Detailansicht öffnen
Pierre Poncet II: Bildnis des Anatomen Andreas Vesal, Mitte des 17. Jahrhunderts. François Lauginie , Centre Hospitalier Régional d'Orléans, dépôt au Musée des Beaux-Arts d'Orléans Bild in Detailansicht öffnen
Badergerätschaften aus dem Pommerschen Kunstschrank, Augsburger Werkstatt, frühes 17. Jahrhundert. Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum; Foto: Historisches Museum der Pfalz, Carolin Breckle Bild in Detailansicht öffnen
Nicolaus Kolb: Baderlampe/Unschlitt-Tiegel und Apothekerbüchsen aus dem Pommerschen Kunstschrank, Silber, teilvergoldet, Augsburg, vor 1617 Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum; Foto: Carolin Breckle Bild in Detailansicht öffnen
Die „Gläserne Frau“ steht für das medizinische Wissen der Moderne: anatomisches Modell aus der Produktion des Deutschen Hygiene-Museums Dresden nach dem Original von 1935/36 von Franz und Fritz Tschackert, 2000, Dresden Historisches Museum der Pfalz, Deutsches Hygiene-Museum, Werner Lieberknecht Bild in Detailansicht öffnen
Büste des Hippokrates, römische Kopie nach griechischem Vorbild des zweiten Jahrhunderts v. Chr. aus den Uffizien in Florenz. Historisches Museum der Pfalz, Gabinetto Fotografico delle Gallerie degli Uffizi , Francesco del Vecchio Bild in Detailansicht öffnen
Kopf des Asklepios, römische Kopie nach griechischem Original des 4. Jh. v. Chr., Rom. Historisches Museum der Pfalz, Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München, Christa Koppermann Bild in Detailansicht öffnen
Aryballos, vermutlich mit Aderlassdarstellung, 480–470 v. Chr. Historisches Museum der Pfalz, Paris, Louvre, Département des Antiquités grecques, étrusques et romaines, Foto : bpk / RMN - Grand Palais / Stéphane Maréchalle Bild in Detailansicht öffnen
Nicolaus Kolb: Kästchen für Aderlassbinden aus dem Pommerschen Kunstschrank, Silber, teilvergoldet, Augsburg, vor 1617 Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum; Foto: Carolin Breckle Bild in Detailansicht öffnen
Ein beeindruckendes Zeugnis altägyptischer Kunst ist die überlebensgroße Figur der Göttin Sachmet, die Schutz vor Krankheiten bringen sollte. Historisches Museum der Pfalz Speyer Bild in Detailansicht öffnen
Heilende Statue ("Statue guérisseuse") aus dem Louvre in Paris, die einen Priester der Bastet darstellt, auch bekannt als „Statue Tyszkiewicz“, Spätzeit, viertes Jahrhundert v. Chr. bpk / Musée du Louvre, Dist. RMN - Grand Palais, Foto: Georges Poncet Bild in Detailansicht öffnen

Und auch bei einem Rezept über Einhorn- oder gar Mumienpulver würden wir wohl ins Grübeln kommen. Über Risiken und Nebenwirkungen - wenn uns die Zeit dafür noch bliebe…

Reise durch 3.000 Jahre Medizingeschichte

Wer also gruselfest ist, kann in Speyer auf eine Reise gehen: durch 3.000 Jahre Medizingeschichte. Und ganz nebenher das Staunen lernen, darüber was die Altvorderen schon alles konnten: Gliedmaßen amputieren, Schädel öffnen oder Blasensteine durch einen beherzten Schnitt entfernen. Hunderte von Jahren, bevor die Anästhesie erfunden war…

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