Ausstellung „Mischpoche“ – Andreas Mühe fotografiert seine prominente Familie

Von Simone Reber

Der Fotograf Andreas Mühe ist der Sohn prominenter Eltern. Seine Mutter ist Regisseurin und Theaterintendantin Annegret Hahn, sein Vater der 2007 verstorbene Schauspieler Ulrich Mühe. Die Familie Mühe-Hahn – seine „Mischpoche“ – hat Andreas Mühe fotografisch porträtiert. Die Toten ließ er dabei in aufwendigen Verfahren nachbilden. Die Ausstellung „Mischpoche“ ist jetzt im „Museum für Gegenwart – Berlin“, dem „Hamburger Bahnhof“, zu sehen.

Als wäre Ulrich Mühe von den Toten auferstanden

Die Räume sind verdunkelt. Schwarzer Teppichboden schluckt den Schall. Es ist, als würde man für die Ausstellung „Mischpoche“ zur Geisterstunde in die Katakomben hinab steigen, denn Andreas Mühe erweckt in seinem Langzeitprojekt die Toten zum Leben. Nach dem Tod seines Vaters, des Schauspielers Ulrich Mühe, durchforstete der Fotograf sein Archiv nach Familienbildern und ließ nach diesen Vorlagen täuschend echte Figuren von den Verstorbenen herstellen. So wirkt es beinahe so, als wäre Ulrich Mühe von den Toten auferstanden.

Ausstellung „Mischpoche“ – Hommage des Fotografen Andreas Mühe an seine Familie

Bild von Andreas Mühe (Foto: Pressestelle, Staatliche Museen zu Berlin - Foto:  VG Bild-Kunst, Bonn 2019)
Andreas Mühe - Vater I, „Mischpoche“, 2016 Pressestelle Staatliche Museen zu Berlin - Foto: VG Bild-Kunst, Bonn 2019 Bild in Detailansicht öffnen
Andreas Mühe - Isolde IX, 2016, „Mischpoche“, 2019 Pressestelle Staatliche Museen zu Berlin - Foto: VG Bild-Kunst, Bonn 2019 Bild in Detailansicht öffnen
Andreas Mühe - Frau III XIV, „Mischpoche“, 2016 – 2019 Pressestelle Staatliche Museen zu Berlin - Foto: VG Bild-Kunst, Bonn 2019 Bild in Detailansicht öffnen
Andreas Mühe – Vater XXX, „Mischpoche“ 2016 - 2019 Pressestelle Andreas Mühe - Foto: VG Bildkunst Bonn, 2019, courtesy of the artist and König Galerie Bild in Detailansicht öffnen
Andreas Mühe – Vater mit Frau II und Frau III, „Mischpoche“, 2016-2019 Pressestelle Andreas Mühe - Foto: VG Bildkunst Bonn, 2019, courtesy of the artist and König Galerie Bild in Detailansicht öffnen
Andreas Mühe – Rosenthal I, „Mischpoche“, 2016-2019 Pressestelle Andreas Mühe - Foto: VG Bildkunst Bonn, 2019, courtesy of the artist and König Galerie Bild in Detailansicht öffnen

Diese Puppen inszenierte er gemeinsam mit den lebenden Verwandten zu großformatigen farbigen Familienfotos. Mit der monumentalen Arbeit erkundet Andreas Mühe akribisch das komplexe Beziehungsgeflecht der Familie.

Andreas Mühe auf den Spuren der Vergangenheit

Der Fotograf Andreas Mühe wurde 1979 in Chemnitz, dem damaligen Karl-Marx Stadt geboren. Er war zehn Jahre alt, als die Mauer fiel. Alt genug, um sich an die DDR zu erinnern, zu jung, um sich mit ihr zu identifizieren. „Pathos und Distanz“ hieß eines seiner Projekte. Als Fotograf spürt Andreas Mühe der Vergangenheit nach, der des ganzen Landes und seiner individuellen.

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