Ausstellung Melancholie und Düsternis der DDR-Malerei: „Utopie und Untergang“ in Düsseldorf

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6:00 Uhr
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SWR2

Solange es die DDR gab, wurde ihre Kunst in Westdeutschland oft gezeigt. In den letzten Jahrzehnten dagegen war es weit ruhiger um die Kunst aus dem Osten. Der Kunstpalast Düsseldorf möchte das ändern und zeigt 30 Jahre nach dem Mauerfall mehr als 130 Gemälde und Arbeiten auf Papier von 13 unterschiedlichen Künstlerinnen und Künstlern.

Ausstellung Utopie und Untergang. Kunst in der DDR

Werner Tübke: Sizilianischer Großgrundbesitzer mit Marionetten, 1972 (Foto: Kunstpalast Düsseldorf / Werner Tübke / VG Bild-Kunst Bonn 2019, Foto: bpk / Staatliche Kunstsammlungen Dresden / Elke Estel / Hans-Peter Klut)
Werner Tübke: Sizilianischer Großgrundbesitzer mit Marionetten, 1972, Öl auf Holz, 79,9 x 170,1 cm, Albertinum | Galerie Neue Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden. Kunstpalast Düsseldorf / Werner Tübke / VG Bild-Kunst Bonn 2019, Foto: bpk / Staatliche Kunstsammlungen Dresden / Elke Estel / Hans-Peter Klut Bild in Detailansicht öffnen
Wilhelm Lachnit: Gliederpuppe, 1948, Öl und Tempera auf Sperrholz, 75,0 x 110,0 cm, Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie. Kunstpalast Düsseldorf / Erbengemeinschaft Wilhelm Lachnit, Foto: bpk / Nationalgalerie, SMB Bild in Detailansicht öffnen
Willi Sitte: Nach der Schicht im Salzbergwerk, 1982, Öl auf Hartfaser, 248 × 240 cm, Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen, Schenkung Peter und Irene Ludwig. Kunstpalast Düsseldorf / Willi Sitte / VG Bild-Kunst Bonn, 2019, Foto: akg-images Bild in Detailansicht öffnen
Wolfgang Mattheuer: Die Flucht des Sisyphos, 1972, Öl auf Hartfaserplatte, 96 x 118 cm, Albertinum | Galerie Neue Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden. Kunstpalast Düsseldorf / Wolfgang Mattheuer / VG Bild-Kunst Bonn, 2019, Foto: bpk / Staatliche Kunstsammlungen Dresden / Elke Estel / Hans-Peter Klut Bild in Detailansicht öffnen
Angela Hampel: Medea, 1985, Öl auf Hartfaser, 166 x 122 cm, Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie. Kunstpalast Düsseldorf / Angela Hampel / VG Bild- Kunst Bonn, 2019, Foto: bpk / Nationalgalerie, SMB / Karin März Bild in Detailansicht öffnen
Bernhard Heisig: Brigadier II, 1968/70/79, Öl auf Leinwand, 139,5 x 124,5 cm, Museum der bildenden Künste Leipzig. Kunstpalast Düsseldorf / Bernhard Heisig / VG Bild- Kunst Bonn, 2019, Foto: bpk / Museum der bildenden Künste, Leipzig / Ursula Gerstenberger Bild in Detailansicht öffnen
Cornelia Schleime: o.T., 1986, Tusche auf Japanpapier, kaschiert auf Vlies, 247 x 248 cm, Privatleihgabe. Kunstpalast Düsseldorf / Cornelia Schleime, Foto: Eric Tschernow Bild in Detailansicht öffnen
Michael Morgner: Schreitender, 1990, Tuschlavage, Asphalt, Prägung auf Papier auf Leinwand, 195 x 180 cm, Kunstpalast, Düsseldorf. Kunstpalast Düsseldorf / Michael Morgner / VG Bild-Kunst Bonn, 2019, Foto: Horst Kolberg – ARTOTHEK Bild in Detailansicht öffnen
A.R. Penck: Der Übergang, 1963, Öl auf Leinwand, 94 × 120 cm, Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen, Leihgabe Peter und Irene Ludwig Stiftung. Kunstpalast Düsseldorf / A.R. Penck / VG Bild-Kunst Bonn, 2019, Foto: akg-images Bild in Detailansicht öffnen
Carlfriedrich Claus: Beginn eines Briefs an Prof. Will Grohmann, 1963, Tusche auf zweiseitig bezeichnetem Transparentpapier, 29,4 x 20,8 cm, Kunstpalast, Düsseldorf, Stiftung Sammlung Kemp. Kunstpalast Düsseldorf / Carlfriedrich Claus / VG Bild-Kunst Bonn, 2019, Foto: Horst Kolberg – ARTOTHEK Bild in Detailansicht öffnen
Gerhard Altenbourg: Ecce homo I (Der sterbende Krieger), 1949, Pitt-Kreide, Graphit auf Rollenpapier, 135 × 88 cm, Lindenau-Museum Altenburg, ehemals Sammlung Rugo, erworben mit Mitteln der Bundesrepublik Deutschland Kunstpalast Düsseldorf / Gerhard Altenbourg / VG Bild-Kunst Bonn, 2019, Foto: PUNCTUM/Bertram Kober Bild in Detailansicht öffnen
Hermann Glöckner: Schwarz und Weiß auf Blau, 1957, Collage, Tempera, 45 x 63,5 cm, Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden. Kunstpalast Düsseldorf / Hermann Glöckner / VG Bild-Kunst Bonn, 2019, Foto: Herbert Boswank Bild in Detailansicht öffnen

Lange hätten sich insbesondere größere Museen in Westdeutschland für die DDR-Malerei kaum interessiert, so der Kurator der Düsseldorfer Ausstellung, Steffen Krautzig in SWR2.

Auch umstrittene Maler wie Willi Sitte zeigen

Die Geschichte der DDR-Kunst lasse sich dabei nicht betrachten, wenn man nicht auch das Werk umstrittener Künstler wie des Malers Willi Sitte einbeziehe, der Leiter des DDR-Künstlerverbandes und Mitglied des ZK der SED gewesen war. Ebenso zeige die Ausstellung auch Werke von verfolgten Künstlern wie Cornelia Schleime und Michael Morgner.

Charakteristisch für die Malerei der DDR seien Anklänge von Melancholie und Düsternis, so Krautzig. Insbesondere seit der Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann hätten auch sozialistische Künstlerinnen und Künstler das Vertrauen in das DDR-Regime verloren.

Utopie und Untergang. Kunst in der DDR. Vom 5. September 2019 bis zum 5. Januar 2020 im Kunstpalast Düsseldorf.

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