Ausstellung 50 shades of black: Pierre Soulages zum 100. Geburtstag im Pariser Louvre

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6:00 Uhr
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SWR2

Zu Lebzeiten eine Ausstellung im Pariser Louvre: das ist eine Ehre, die nur wenigen Künstlern zuteil wird. Das Museum würdigt den Maler Pierre Soulages zum 100. Geburtstag am 24. Dezember mit Werken aus acht Jahrzehnten vornehmlich schwarzer „Lichtmalerei“: „Soulages au Louvre“.

Pierre Soulage im Pariser Louvre (Foto: Louvre/Archives Soulages © ADAGP, Paris 2019)
Pierre Soulages, Brou de noix, 48,2 x 63,4 cm, 1946. Papier. Rodez, Musée Soulages. Donation 2005. Louvre/Archives Soulages © ADAGP, Paris 2019

Kompakte Synthese der Werke von Soulages

Mit nur 19 Werken präsentiert diese Ausstellung zum 100. Geburtstag keine große Retrospektive, sondern eine kompakte Synthese. Da sind die Bilder aus den 40er und 50er Jahren: Dunkelbraune und schwarze kalligrafiehafte Formen und balkenartige Farbspuren auf weißem Grund, eine energisch auf das Papier gesetzte Struktur, gemalt mit Walnussbeize, einem Material, das gewöhnlich für Möbel gebraucht wird.

Und Soulages arbeitet, fast hundertjährig, immer noch – „ein Künstler geht selten in Rente“, sagt Kurator Alfred Pacquement ironisch in Anspielung auf die aktuellen Proteste gegen die Rentenreform in Frankreich.

Pierre Soulage im Pariser Louvre (Foto: Louvre/Archives Soulages © ADAGP, Paris 2019)
Pierre Soulages, Peinture, 195 x 130 cm, 14 mars 1955. Essen, Museum Folkwang. Louvre/Archives Soulages © ADAGP, Paris 2019

Drei neue schwarze Werke

Drei ganz neue großformatige Werke sind im Louvre zu sehen. Monumentale rechteckige Bilder, gebildet aus jeweils drei übereinander gehängten quadratischen Leinwänden – tiefschwarz wie alle seine Gemälde seit einer entscheidenden Nacht des Jahres 1979.

Unzufrieden mit dem Bild, an dem er gerade arbeitete, malte Soulages damals immer wieder neue Schichten von Schwarz über Schwarz, bevor er, immer noch unzufrieden, schlafen ging. Am nächsten Tag dann, im Morgenlicht schimmerte das Schwarz in allen Schattierungen. Und Pierre Soulages beschloss, fortan nur noch schwarze Bilder zu malen –Lichtbilder. Denn die Bilder seien nicht schwarz, betonte Soulages immer wieder. Es gehe um das Licht, das die schwarzen Oberflächen reflektieren.

Pierre Soulage im Pariser Louvre (Foto: Louvre/Archives Soulages © ADAGP, Paris 2019)
Pierre Soulages, Peinture, 222 x 314 cm, 24 février 2008. Acrylique sur toile. Paris, Pierre Soulages. Louvre/Archives Soulages © ADAGP, Paris 2019

„Ich beschreibe nichts, ich male“

Diese „Jenseits von Schwarz“-Malerei steht jetzt auch im Louvre im Mittelpunkt. Schließlich macht Soulages seit 40 Jahren nichts anderes. „Ich beschreibe nichts, ich male“, sagt er. Und: „Figurative Maler sind Idealisten.“ Mit der Realität habe das nichts zu tun. Die Realität von Soulages ist die Malerei. Unerschöpfliche Bilder, die jetzt im Louvre durch das Licht und die Bewegungen ihrer Betrachterinnen und Betrachter lebendig werden.

„Soulages au Louvre”. Ausstellung zum 100. Geburtstag von Pierre Soulages im Pariser Louvre, vom 11. Dezember 2019 bis zum 9. März 2020.

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